Als am 9. Oktober die Sterbeglocken in der Pfarrkirche St.-Sebastian läuteten, hängte Pfarrer Norbert Götz die Benachrichtigung in den Schaukasten am Kirchplatz: Georg Schraml von der Waldthurner Trad war im Alter von 82 Jahren verstorben. Jedoch wussten einige Waldthurner nicht, um wen es sich handelte. Erst nach dem Hinweis „Der Cowboy ist verstorben“ war klar, um wessen Tod es ging.
Der Name Cowboy rührt daher, dass Schraml als Bub mit seinem Freund Franz Blöderl begeistert „Cowboy und Indianer“ gespielt hat. Georg Schraml ist dann lebenslang der Cowboy geblieben, und sein Freund der Jani, in Abwandlung von Indianer.
Am vergangenen Donnerstag fand in der Pfarrkirche der Trauergottesdienst statt, den Pfarrer Götz zelebrierte. Der Kirchenchor unter der Leitung von Josef Pflaum senior und Georg Schmidbauer an der Orgel gestalteten die Trauermesse musikalisch.
Georg Schraml wurde am 9. September 1944 in Waldthurn geboren. Er hat zwei Brüder gehabt und drei Schwestern. Er selbst war der Zweitälteste. Nach der Schulzeit hat er mit 14 Jahren seine Lehre als Forstarbeiter begonnen. Von da an waren der Wald und das Holz nicht nur sein Beruf, sondern seine Berufung und seine große Leidenschaft. Er war kein Mann der großen Worte, sondern einer, der sein Handwerk verstanden und angepackt hat.
Mit 30 Jahren hat er das bisher recht kleine Elternhaus an der Trad neu errichtet, nachdem er noch ein benachbartes Grundstück dazu erworben hat. Und das war jetzt die Heimat, auch für seine Eltern und seine Geschwister. Nach einem Arbeitsunfall ist er mit 58 Jahren in den Ruhestand gegangen. Der Wald ist aber für den fleißigen Mann weiterhin seine Leidenschaft geblieben.
Er war immer da, wenn jemand Hilfe gebraucht hat, ob ein Baum zu fällen war, Tannenzweige für die Weihnachtszeit gebraucht wurden oder eine Motorsäge nicht mehr funktioniert hat.
Seine Freundschaft mit dem „Jani“ hat den „Cowboy“ über viele Jahre begleitet. Beide haben auf der Trad gewohnt, und mit dem Tod seines Freundes vor sechs Jahren hat er einen wichtigen Menschen verloren. In dieser Zeit haben auch seine geistigen Kräfte nachgelassen. Seine Schwester Edeltraud ist ihm in dieser Zeit fürsorglich zur Seite gestanden.
In den letzten fünfeinhalb Jahren war er auf die Fürsorge und Pflege im Caritas-Seniorenheim angewiesen, zuerst in Vohenstrauß und dann in Neustadt/WN. Am 9. Oktober ist er friedlich eingeschlafen. Am Waldthurner Friedhof fand die Urnenbeisetzung des Verstorbenen statt.













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