Das Waldthurner Maschinenbauunternehmen Lukas Anlagenbau ist zahlungsunfähig. Am Montag stellte die Geschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Weiden. Das Gericht erließ Sicherungsmaßnahmen über das Vermögen des Unternehmens und setzte den Altenstädter Rechtsanwalt Florian Schott als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.
80 Mitarbeiter betroffen
Schott hat nun die Aufgabe, ein Gutachten über den wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens zu erstellen. Anhand dieses Gutachtens wird dann entschieden, ob ein formelles Insolvenzverfahren eröffnet wird und welche Schritte ergriffen werden können, um die Ansprüche der Gläubiger bestmöglich zu befriedigen.
Nach einem Tag könne er zu den Ursachen für die Notlage des Unternehmens noch wenig sagen, erklärte Schott am Dienstag auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Von der Insolvenz sind etwa 80 Mitarbeiter an den Standorten in Albersrieth bei Waldthurn und Vohenstrauß betroffen. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens läuft laut dem Insolvenzverwalter vorerst weiter.
„Ich und mein Team müssen jetzt erst mal die notwendigen Informationen erheben, welche Fortführungsmöglichkeiten bestehen“, sagt Schott zu den nächsten Schritten seiner Arbeit. Das sei nicht einfach, weil „die Produkte zum großen Teil Maschinen zur Drahtherstellung sind, die längere Fertigungszeiten haben“. Das Unternehmen habe einen hohen Auftragsbestand. Es gehe nun darum, sich mit den Kunden über die Umsetzung dieser Aufträge zu einigen. Erst danach könne man mehr zur Fortführung des Betriebs sagen.
Geschichte bis 1959
Das Unternehmen Lukas hat eine Geschichte im Altlandkreis Vohenstrauß, die bis ins Jahr 1959 zurückreicht. In den vergangenen Jahren war es vor allem in den Bereichen Wasserkraftanlagen und Maschinen für die Drahtherstellung aktiv. Als drittes Standbein setzte das Unternehmen auf die Lohnfertigung in der Blechverarbeitung. Die letzte veröffentlichte Bilanz des Unternehmens zeigt die Geschäftszahlen für das Jahr 2022.
In diesem Jahr verzeichnete die GmbH einen kleinen Verlust von 12.000 Euro bei einer Bilanzsumme von gut 8 Millionen Euro. Die Nachfrage der Kunden nach den eigenen Produkten sei nach wie vor gut. Probleme bereiteten jedoch die Corona-Beschränkungen und Lieferengpässe, die das Unternehmen zwangen, auf teurere Produkte auszuweichen. In der Bilanz wird ausdrücklich auf die deutlich gestiegenen Verbindlichkeiten hingewiesen, die den Eigenkapitalanteil erheblich verringerten. Ob dies auch der Grund für den nun nötigen Gang zum Insolvenzgericht ist, bleibt derzeit offen.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.