19.06.2020 - 10:53 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Waldthurn: Suchtkranke wieder in Gesellschaft integrieren

Wieder zurückfinden in die Gesellschaft: Das ist ein Ziel, dass das Reha-Zentrum Oberpfalz für seine Klienten anstrebt. Man möchte sie darauf vorbereiten, möglichst alleine und selbständig in der „normalen“ Welt zurechtzukommen.

Uwe Peter (rechts), Leiter des Reha-Zentrums Oberpfalz, informiert Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher (Zweiter von rechts) über die Einrichtung. Auch Bürgermeister Josef Beimler hört aufmerksam zu.
von Tanja PflaumProfil

„Unsere Bewohner sollen nicht still da sitzen, sie sollen sich bewegen und Kontakte nach Außen pflegen“, betont Uwe Peter, der Leiter der Einrichtung. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher besuchte am Donnerstag die Einrichtung für Suchtkranke. Peter stellte das Reha-Zentrum kurz vor. „Wir wollen vor allem eine angenehme Wohnsituation schaffen." Man ist überzeugt, dass es hilfreich sei, eine inklusionsorientierte Tagesstruktur zu schaffen. Peter wies auf verschiedene Projekte (zum Beispiel die Dorfwerkstatt, den Hühnerverleih) und Dienstleistungen (beispielsweise Rasenmähen, Einkaufsbegleitung) hin, die sich für die Gemeinde, aber auch für Privatpersonen „im Angebot“ der Einrichtung befinden.

Ein neu geplantes Projekt sei das ambulant unterstützte Wohnen für suchtmittelabhängige alleinerziehende Frauen und Schwangere. Es handelt sich hier um ein einzigartiges Modell im Raum Oberpfalz, das eine innovative Schnittstelle aus Jugendschutz, ambulanter Erziehungshilfe und Suchttherapie bieten könnte. Durch das Förderprogramm „Innen statt Außen“ kann die Gemeinde dem Reha-Zentrum mit dem Anwesen Marktplatz 4 ein Gebäude anbieten, für das man gemeinsam ein Konzept erstellen kann, um es für das geplante Vorhaben nutzbar zu machen, merkte Bürgermeister Josef Beimler an.

Einrichtungsleiter Peter informierte weiter, dass der Bedarf für dieses Projekt riesig sei. Anfragen gebe es immer wieder. In dem Gebäude sei Platz für vier bis fünf Wohneinheiten und man sei für jede Unterstützung, die eine Umsetzung möglich machen, dankbar. Höher begrüßte das Vorhaben für diese besondere Zielgruppe, denn das Sozialsystem weise für diese „Fälle“ einige Lücken auf. Das Reha-Zentrum Oberpfalz ist seiner Meinung nach eine sehr wichtige Einrichtung. Die große Frage sei ja, was man mit Suchtkranken mache, wenn sie aus der Entgiftung und den ersten Therapieschritten kommen, um einen Rückfall zu vermeiden. „Das geplante Projekt liegt im Trend, denn das Thema steht bei allen ganz oben“, betont Höher. „Euer Engagement freut mich auch persönlich sehr“, sagte Höher und sicherte zu, dass der Bezirk mit dem Freistaat das Vorhaben gerne unterstützt. „Waldthurn ist ein ‚gutes Pflaster‘ und gilt seit vielen Jahren als Mustergemeinde in vielen Bereichen“, merkte er weiter an.

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Beimler fügte an, dass durch die momentane besondere Situation alles etwas ins Stocken geraten sei, aber man werde zügig mit dem Amt für ländliche Entwicklung, der Regierung und allen weiteren Stellen in Kontakt treten, um heuer noch in die Planungen einsteigen zu können. „Das Vorhaben ist auch eine Aufwertung für die Gemeinde“, ist er sich sicher, denn es würde ein weiterer „Schandfleck am Marktplatz“ verschwinden. „Dann sehen wir uns also bei der Antragsstellung wieder“, verabschiedete sich Lothar Höher. Mit einer kurzen Führung durch die Einrichtung endete der Besuch.

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