03.06.2020 - 13:54 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Wegen Corona: Dorferneuerung zieht sich hin

Die wirtschaftlichen Einbrüche wegen der Corona-Krise schlagen sich auch gravierend auf die Zuschussmöglichkeiten des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) nieder. Auch dauert alles länger, wie die Waldthurner Markträte feststellen müssen.

Von einer Verschiebung ist auch die Umgestaltung des Freizeitgeländes am Badeweiher betroffen. Die Planungen werden eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt.
von Tanja PflaumProfil

Bezüglich der Dorferneuerung Waldthurn 3 habe man sich daher mit den Baudirektoren Erik Bergner und Georg Braunreuther (ALE) getroffen, um sich zu beraten, berichtete Bürgermeister Josef Beimler am Donnerstagabend in der Marktratssitzung. Einige Projekte müssen zeitlich gestreckt oder verschoben werden, lautete das Ergebnis. „Begonnene und dringende Maßnahmen werden natürlich beendet und durchgeführt“, betont er weiter.

Von „Verschiebung“ sind beispielsweise die Umgestaltung der Freizeitanlage (einfrieren der Planung auf jetzigen Stand, Durchführung 2024/2025), die Umgestaltung des Marktplatzes, die Gestaltung des Vorplatzes der Wallfahrtskirche und die Umfeldgestaltung im Bereich des Lobkowitzschlosses/Rathaus betroffen. Andere Maßnahmen laufen teilweise in Eigenregie und zum Teil in abgespeckten Versionen (zum Beispiel Schäfereirangen, Straßensanierungen) ab.

Weiter ging es mit einigen Gewerksvergaben. So übernimmt die Firma Martin Ertl aus Waldthurn die Heizungs- und Sanitärinstallationen im Gemeindehaus. Die Angebotssumme liegt mit rund 112 170 Euro deutlich unter der Kostenberechnung des Fachplaners Flessa aus Irchenrieth (rund 121 400 Euro). Bezüglich des Umbaus und der Sanierung des Anwesens Marktplatz 2 erhielt die Firma Josef Bauer (Niedermurrach) den Zuschlag für die Außenanlagen (Kosten rund 57 300 Euro). Da in diesem Gebäude unter anderem eine Physiotherapiepraxis untergebracht wird, müssen alle Eingänge barrierefrei gestaltet werden. Daher wird, auf Vorschlag des Bauausschusses, der Gehweg in der Neuenhammerstraße bis zum Ende des Gebäudes verlängert. Beimler merkte an, dass dieses Vorhaben vielleicht sogar gefördert werden könnte. Für das Projekt „Mehrgenerationengarten“ in Albersrieth holt das Architekturbüro Rudolf Meißner Ausschreibungen beziehungsweise Angebote für Material (Granitzaunsäulen, Holzmaterial für Zaun) ein.

Oberpfälzer Projekte des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE)

Bezüglich der Erschließung des Baugebietes „Hirmersbühl“ legt die Firma Seebauer eine Ausgleichsberechnung vor, da sich der Leistungsumfang entgegen der Auftragssumme um rund 20 Prozent reduziert hatte (unter anderem Wegfall der Entsorgungskosten, Entfall der Pflanzarbeit, Massenänderungen). Die Firma macht daher einen Betrag von rund 22 000 Euro geltend. Nach Prüfung der Unterlagen durch Diplomingenieur Rainer Rubenbauer, Umwelt und Tiefbau Ingenieure Amberg GmbH, einigte man sich auf eine Pauschalzahlung von 11 000 Euro (Teilkündigung) und eine weitere Pauschale von knapp 6 000 Euro (Ausgleichsberechnung). Einstimmig wurde dann auch der Billigungs- und Auslegungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplanes für dieses Wohngebiet gefasst.

Weiter berichtet der Rathauschef über anstehende Asphaltierungsarbeiten im Gemeindegebiet zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht. Betroffen sind hier Straßen und –abschnitte im Bereich Schlossgraben, Mangelsdorf, Albersrieth, Schäferei und Irlhof. Die Gesamtkosten sollten 45 000 Euro möglichst nicht überschreiten, wünscht sich Beimler. Andreas Troidl und Roman Bauer baten darum, die „schlechteste“ Straße in Waldthurn, die „Trad“ nicht zu vergessen. Beimler kündigte an, alles mit dem Bauausschuss in Augenschein zu nehmen.

Zur Neukalkulation der Verbrauchsgebühren für Abwasser und Kanal wird, mit vier Gegenstimmen, das Kommunalbüro Dr. Schulte und Röder, Kommunalberatung UG (Veitshöchheim), beauftragt. Beimler schlug vor, die Neuberechnungen im Herbst vornehmen zu lassen und ab Januar 2021 mit den neuen Gebühren zu arbeiten. Michael Steiner fand es „schade, dass man ein Büro beauftragen muss“. Die letzten Jahre habe man alles selber gemacht, um Kosten zu sparen. Hier wandte Kämmerer Josef Götz ein, dass die Arbeiten des Kämmerers sehr umfangreich und zeitaufwendig geworden seien. Außerdem ist es bei „höheren“ Erhöhungen immer besser, „wenn diese von einem Büro kommen“.

Diskussion warf auch die Fundtierunterbringung auf – die Finanzierung des Neubaus des Tierheimes Weiden und Umgebung. Nach Abzug der verschiedenen Zuschüsse verblieben rund 1,55 Millionen Euro für die Landkreiskommunen (laut Vorgaben des Tierschutzvereins). Bürgermeister Josef Beimler erläuterte, dass Waldthurn 20 Jahre lang ungefähr 7 000 Euro pro Jahr (Kredit- und Betriebskosten für den Unterhalt und die Betreuung der Tiere; nach einer geschätzten Berechnung von Kreisvorsitzendem Rupert Troppmann) zahlen müsste. Seiner Ansicht für „ zwei Hunde und drei Katzen“, die man eventuell im Jahr abliefern würde, zu viel. Er will sich, beim nächsten Gespräch, um eine kostengünstigere Lösung bemühen. Beimler möchte versuchen, ob es nicht trotzdem möglich wäre, „nur“ eine monatliche Pauschale für die tatsächlich abgegebenen Tiere zu zahlen. Hans-Peter Reil stellte in Frage, nach dem er das Schreiben Troppmanns gelesen hatte, dass die Bürgermeister noch viel mitzureden hätten. Beimler erwiderte, dass der Landkreis die ganze Angelegenheit als Aufgabe der Kommunen sieht. Roman Bauer merkte dazu an, dass irgendetwas nicht stimmen kann, wenn es nur ums Geld geht.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.