In der Bühlstraße war das Durchkommen am Montag etwas beschwerlich. Viele Autos parkten in der Straße, denn Wilma Bäumler feierte 80. Geburtstag. Viele waren gekommen, um zu gratulieren. Bereits am Vormittag kamen erste Gratulanten vorbei und auch das Telefon klingelte beständig – die Jubilarin ließ sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Ihre Kinder Carola, Lucia, Kerstin, Johann und Wolfgang versorgten die Besucher.
Viel hat Bäumler in ihren acht Lebensjahrzehnten schon erleben müssen. Geboren wurde sie als Wilma Jaensch in Hamburg. Von ihren beiden Schwestern ist eine bereits verstorben, von der zweiten weiß sie allerdings nicht so genau, wo diese momentan lebt. Das hat auch einen Grund. Drei Jahre alt war Bäumler, als sie und ihre Schwestern zu Kriegswaisen wurden und in Heimen und bei Pflegeeltern aufwuchsen. „Mit einem kleinen Namenszettel um den Hals wurden wir vom Roten Kreuz ‚verschickt‘“, erzählt die 80-Jährige. Sie kam zunächst nach Tiefenbach in eine Familie. Als die Pflegemutter verstarb, ging es für Wilma zurück ins Heim – dieses Mal nach Weiden. „Heute befindet sich dort der Weinhof Peschke“, erzählt Bäumler weiter. Von dort aus kam sie in eine Pflegefamilie nach Plößberg.
Nach einer kurzen Anstellung als Haushaltshilfe in Weiden kam Bäumler mit 19 Jahren als Magd auf einen Hof in Grafenreuth. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Johann Bäumler, der dort als Maurer einer Waldthurner Firma arbeitete, kennen. Im November 1959 heirateten die beiden. Fünf Kinder vergrößerten die Familie. Mittlerweile gehören sieben Enkel und die Urenkel Simon und Mika zur Großfamilie dazu. Ehemann Johann ist im März 2014 gestorben. „Aber meine Familie ist immer da, wenn ich jemand brauche“, sagte die Jubilarin.
Nach ihrer Hochzeit arbeitete Bäumler bei den Firmen Hölzl und Seltmann in Vohenstrauß, später bei der Firma Kreiser in Waldthurn. Auch Heimarbeiten für verschiedene Firmen habe sie ausgeführt, berichtet sie. „Nebenbei“ habe sie sich um den Haushalt und die Familie gekümmert.
„Sport ist ein Hobby, Fußball meine große Leidenschaft. Natürlich nur im Fernsehen“, schmunzelte Bäumler. Bei Biathlon- oder Tennisübertragungen lasse sie sich nur ungern stören. Beim Fußball schlägt ihr Herz für den FC Bayern. In früheren Jahren habe sie selbst viel und gerne Gymnastik gemacht. Zuerst beim TV Vohenstrauß, später in Waldthurn. „Leider kann ich das heute nicht mehr“, bedauert sie.
Neben der Familie, den Nachbarn und Freunden ließ es sich auch Bürgermeister Josef Beimler nicht nehmen, um zum Ehrentag zu gratulieren. Pfarrer Norbert Götz überbrachte die besten Glück- und Segenswünsche und überreichte ein kleines Geschenk. Die besten Wünsche des Pfarrgemeinderates übermittelte Ingrid Troidl. Erna Gollwitzer gratulierte im Namen der Siedlergemeinschaft.



















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