Grüne und rote Luftballons in den Stadtfarben, dazu die schwebende Zahl "30" über dem Eingang: Hier wurde eine Erfolgsgeschichte gefeiert. Seit drei Jahrzehnten ist das Maria-Seltmann-Haus ein Ort der Begegnung, der Bildung und des Miteinanders. Am Montagvormittag wurde Jubiläum gefeiert, das sich nicht auf diesen einen Festakt beschränkt, sondern gleich eine ganze Woche umfasst: Von Montag, 12., bis Freitag, 17. Januar, lädt das Haus zu besonderen Angeboten, Mitmachaktionen und Veranstaltungen ein.
Im Mittelpunkt der Feierstunde standen zwei Frauen, die das Maria-Seltmann-Haus entscheidend geprägt haben und prägen: Susanne Meichner, die langjährige Leiterin, und ihre designierte Nachfolgerin Tina Abel-Pschierer, mit der sie sich derzeit bis zum Renteneintritt die Leitung teilt. In einem persönlichen Gespräch blickten beide zurück auf die Anfänge im Jahr 1995.
"Sprung ins kalte Wasser"
"Für uns war das ein Sprung ins kalte Wasser", erinnerte sich Meichner. "Keine von uns hatte Erfahrung in diesem Bereich, aber wir haben es geschaukelt." Gemeint waren neben ihr Sabine Birner und Regina Musil, die zur Einweihung am 5. Januar 1995 zum Startteam gehörten.
Dass aus diesem Sprung eine Erfolgsgeschichte wurde, zeigte sich in vielen kleinen Geschichten, die an diesem Vormittag erzählt wurden. Sabine Birner berichtete von den legendären Ausflugsfahrten, bei denen es schon einmal vorkam, dass Fahrgäste kurzzeitig "verloren gingen", am Ende aber immer wieder auftauchten. "Langweilig war es nie", sagte sie schmunzelnd. Sogar eine Begegnung mit Günter Jauch in München habe es gegeben. Aus klassischen Busfahrten seien später Kunst- und Themenfahrten entstanden.
Offenes Zentrum
Das Maria-Seltmann-Haus hat sich längst vom früheren Image eines reinen Seniorenheims gelöst. "Es galt lange als Altenheim, ist es aber nicht", betonte Meichner. Es ist ein offenes Zentrum mit einem Programmheft von über 120 Seiten. Bildung, Kultur, Beratung und Unterhaltung greifen ineinander. Oberbürgermeister Jens Meyer brachte es auf den Punkt: "Hier wurden 30 Jahre lang Lebensgeschichten geschrieben." Das Haus sei ein Fixpunkt für viele ältere Menschen: "Zur Unterhaltung, zur Wissensauffrischung und vor allem für das Miteinander."
Ein Blick zurück erinnerte auch an die Entstehung des Hauses: Die ehemalige Max-Reger-Schule wurde in nur neun Monaten umgebaut. Den Einweihungstermin legte der damalige Oberbürgermeister Hans Schröpf fest und bestand darauf, dass er eingehalten wurde. Möglich wurde das Projekt durch Maria Seltmann, eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit. "Ohne sie gäbe es dieses Haus nicht", sagte Meichner. Zwar habe Seltmann ursprünglich ein Seniorenheim finanzieren wollen, doch die Stadt überzeugte sie von einem offenen Begegnungshaus. Seltmann selbst war oft hier: im hohen Alter im Sportwagen, leger im Café, sogar bei einer Faschingsparodie.
Gute Vernetzung
Die Jubiläumswoche von 12. bis 17. Januar greift diesen Geist auf: Geplant sind unter anderem Schnupperangebote aus dem Kursprogramm, Mitmachaktionen, musikalische Beiträge, Vorträge, ein Tag der offenen Tür sowie gesellige Nachmittage mit Kaffee und Kuchen. Ziel ist es, nicht nur Stammgäste, sondern auch neue Besucherinnen und Besucher anzusprechen. "Das Haus soll erlebt werden", sagte Tina Abel-Pschierer. "So, wie es heute ist: offen, lebendig und einladend."
Ein besonderer Dank ging an Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier, der neue Ideen unterstützt, bis hin zum augenzwinkernden Wunsch nach einer Senioren-Rockgruppe. Auch die gute Vernetzung mit der Volkshochschule, mit Musikgruppen und Beratungsstellen wurde hervorgehoben.
Geehrt wurden die Kursleiter Daniela Thoma, Rosemarie Hys, Rainer Christoph, Helga Wiesbeck, Eva Witte, Maria Weber, Erna Häupl, Conny Gurdan und Sabine Birner für 20 Jahre und länger.













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