13.10.2019 - 18:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

4000 Besucher bei der Weidener Baumesse „MeinZuhause!“

Dass 120 Besucher den Vortrag von Energieberater Matthias Rösch über energetische Sanierungen verfolgen, ist ein Novum. So groß war das Interesse bei früheren Baumessen nicht. Die 7. „MeinZuhause!“ ist aber etwas Besonderes.

von Helmut KunzProfil

„Das liegt wohl auch an der politischen Situation“, begründete Tanja Schatz, Projektingenieurin vom ETZ Weiden, die erhöhte Nachfrage. Gelegenheit, sich zu informieren, gab es am Wochenende bei der von Oberpfalz-Medien präsentierten Messe „Mein Zuhause – Weiden – Nordoberpfalz“ in der Max-Reger-Halle genug. Über 60 Aussteller vom Kachelofen bis zum Fertighaus erwarteten knapp 4000 Besucher.

„Viele Bürger sind wachgerüttelt, dass sie etwas tun können und auch sollen, wegen der CO-2-Besteuerung in Zukunft“, sagte Schatz. „Wir stellen einen Sanierungsstau fest. Viele haben noch alte Heizungen und Öl gibt es ja nach wie vor sehr günstig.“ Die Leute fragten zwar, durften von den Experten aber keine 08/15-Antworten erwarten. „Das geht nicht ohne Bestandsaufnahme.“ Holz und Pellets seien heute die klassische Alternative für Heizöl.

Auch Wolfgang Hofmann von der Firma „Ökofen“ verzeichnete viele Anfragen. „Teilweise stehen die Leute in zwei Reihen an“. Das umweltbewusste Umdenken habe endlich eingesetzt. Er spüre sprichwörtlich den Rückenwind, den die „Fridays for Future“-Bewegung ausstrahlt. Die Ölreserven gingen zur Neige. Gas habe nicht jeder. Und Wärmepumpen seien nur bedingt einsatzfähig. Was bleibe, seien Pelletsheizungen. „Pellets sind umweltfreundlich, weil erneuerbar.“

Am Samstag eröffneten Oberpfalz-Medien-Geschäftsführerin Viola Vogelsang-Reichl die mittlerweile 7. „MeinZuhause“-Ausstellung und würdigte die exzellente Kooperation mit Stadt Weiden, Max-Reger-Halle und Messemanager Gunnar von Grawert-May. Als Verlegerin wolle sie nicht nur Informationen weitergeben, sondern auch die Kommunikation unter den Bürgern fördern, was an den Ständen gewährleistet sei. „Wer bauen oder sanieren will, ist hier richtig“, unterstrich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Die Leute wollen investieren und nicht ihr Geld für Null und Nix zur Bank tragen. Das wurde am Wochenende deutlich. Den Besuchern ging es nicht aber nur um den Klimaschutz. Wie Ralf Haffner von der Firma „American Trendhouse“ betonte, erwarteten die Leute auch Wellness, Massage und Erholung. Zwischen 13000 und 23000 Euro kosteten seine bis zu sechs Meter langen, ganzjährig nutzbaren Whirlpools mit Gegenstromanlage für den Garten.

Wer eine Immobilie besitzt, hat oft auch Angst vor Langfingern. Ex-Nationalkeeper Sepp Maier machte als Pappkamerad im Foyer Werbung für das Alarmanlagensystem „Safe4U“, das Thomas Siebert vorstellte. „Die Tendenz ist da. Jeder will sich schützen.“ Sicherungsanlagen würden deutschlandweit Standardprodukte werden. „Wie der Airbag im Auto. Man hofft, dass man’s nie braucht.“ Das Gerät komme im Gebäude an die Steckdose und melde, wenn irgendwo ein Fenster zu Bruch gehe. 800 Quadratmeter sind gesichert.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.