30.01.2019 - 14:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aktiv für den Artenschutz

Der Landesbund für Vogelschutz ist sehr aktiv. Das ist auch nötig, denn Bereiche, in denen alleine die Ortsgruppe Weiden tätig werden muss, sind umfangreich.

Eine kleine Zweifarbfledermaus hatte Melanie Dippl zur Jahreshauptversammlung des LBV mitgebracht. Mit Mehlwürmern päppelt die Bundesfreiwilligendienst- Leistende das Tierchen zuhause auf.
von Autor hczProfil

Vogelschützer aus Weiden und dem Umkreis trafen sich am Dienstag im „Schützenhaus“ und berichteten von ihrer Arbeit für Insekten, Vögel und Naturschutz im Allgemeinen. Christoph Bauer, der Vorsitzende der Kreisgruppe Neustadt/Weiden des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und gleichzeitig Leiter der Bezirksstelle Oberpfalz, berichtete von einem Mitgliederzuwachs in Weiden, der den Aktiventreffen und den vielfältigen Aktionen der Ortsgruppe unter der Leitung von Nicole Merbald zu verdanken sei. Insgesamt zähle die Kreisgruppe 846 Mitglieder. Bauer erinnerte an den „Diskussionsabend Wolf“, bei dem im Postkellersaal über 130 Besucher zu verzeichnen gewesen waren. Ein erfreuliches Sammelergebnis sei in neun Schulen zugunsten des LBV erreicht worden: 5555 Euro. Auch dadurch konnte man die Schutzgebiete erweitern. In der Haidenaab-Aue bei Etzenricht besitze der LBV jetzt 1,3 Hektar, genau wie im Erlenbruchwald nahe Kirchenthumbach. Auch ein neuartiges Beweidungskonzept in einem Schutzgebiet bei Püchersreuth werde mit Hilfe des LBV durchgeführt. Daneben betreibe man ständige Mitarbeit bei geplanten Großprojekten, um massive Eingriffe in Natur und Landschaft abzuwehren. So etwa lehne der Landesbund die Ortsumgehung Mantel ab und werde sein Grundstück im betroffenen Gebiet nicht verkaufen. Bauer widersprach herausgegebenen Meldungen, dass „alle Grundstücksverhandlungen erfolgreich abgeschlossen“ seien. Auch beim „Ostbayernring“ und der Gleichstromtrasse „Sued-Ost-Link“ von Tennet spreche man ein gewichtiges Wort mit.

Sodann berichteten die Vorsitzenden der einzelnen Ortsgruppen der Region von ihren Aktivitäten. Für die Weidener Gruppe sprach Nicole Merbald. Mit einer Vogelstimmen- und einer Eulenwanderung sowie einer erfolgreichen Fotoausstellung in der Volkshochschule habe man Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Igelhäuser, Starenkobel, Nist- und Fledermauskästen seien von den Aktiven gebastelt worden. Am Waldnaab-Düker, wo heuer zahlreiche Bäume gefällt wurden, wurde vorausschauend neu angepflanzt und bereits im Vorfeld mit Wasserwirtschaftsamt, der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadtgärtnerei Vogelkästen aufgehängt.

Fabian Dötsch von der Ortsgruppe Trabitz berichtete von einer gut angenommenen Vogelstimmenwanderung, der Pflege eines Biotops und eines Insektenhotels. Eulenkästen und – im Rahmen eines Wiederansiedlungskonzepts – Habichtskauzkästen seien unter schwierigen Bedingungen im Steinwald aufgehängt worden. 15 Kindern der Gruppe „Spatzen“ seien Aktivitäten in der Natur nahe gebracht worden.

Susanne Schwab (Ortsgruppe Luhe- Wildenau) hatte im vergangenen Jahr den „Management-Plan Haidenaab“ vorgestellt. Weiter berichtete sie von einem Heuschrecken-Seminar an der Umweltstation bei Wunsiedel und der Kontrolle eines Fledermauskellers am Koppelberg. Ein "Mausohr" (Fledermausart) sei darin gefunden worden. Großen Zuspruch habe der öffentliche Vortrag „Blühende Gärten statt Steinwüsten“ gefunden.

Auf Fledermausschutz ging Experte Markus Liebl ein. Ständig stehe er im Dialog mit den Behörden. Gutachten sowie Beratungen bei Kirchenrenovierungen und Wohnungssanierungen fielen häufig an. In der Kettelerstrasse in Weiden sei kürzlich eine Entscheidung des LBV nötig geworden. Hier habe man die Entfernung von Fledermaus- Wohnstätten abgelehnt. „700 Mücken pro Fledermaus pro Nacht“ sei meist ein überzeugendes Argument, dass Bürger schließlich einsichtig würden, so Liebl. 13 erwachsene Zwergfledermäuse seien in Grafenwöhr aufgenommen worden, zwei schwer verletzte Zweifarbfledermäuse versorgt und gepflegt worden. Drei Babys habe man zu ihren Müttern zurückgebracht. Erfreuliche Neuigkeiten gebe es zu vermelden, sagte Bauer. Es seien Nordfledermäuse in Mantel entdeckt worden. In Neunkirchen finde sich seit Kurzem das östlichste Vorkommen von Grauen Langohren in ganz Bayern. Erstmals sei der Nachweis von Zweifarbfledermäusen im Wald gelungen und diese seien auch in Schirmitz gesichtet worden.

Melanie Dippl, Bundesfreiwilligendienstlerin des LBV, pflegt zurzeit bei sich zuhause eine Zweifarbfledermaus und eine Rauhhautfledermaus. Die beiden Tierchen waren in Bad Steben in einer Toilettenschüssel gefunden worden. Die Bürger hätten sich daraufhin an den LBV gewandt.Rainer Dippl von der Ortsgruppe Pressath berichtete von einer Ausstellung, einer Vogelstimmenwanderung, von der Mitwirkung am Bürgerfest und am Weihnachtsmarkt, wo Basteleien der Erwachsenen und der Kinder der LBV- Ortsgruppe verkauft wurden.

Für 40- jährige Treue zum LBV wurden Eckhard Bodner und Manfred Dötsch mit dem „Eisvogel mit Schmuckstein“ ausgezeichnet.

Für 30 Jahre ehrte der LBV Hermann Scharl, Michael Schwabl und Rainer Wolfrath.

Für 20 Jahre wurde Walter Trötsch geehrt.

10 Jahre waren Markus Liebl, Simone Schaller und Otto Woldrich dabei.

Treue Mitglieder der LBV- Kreisgruppe Neustadt/ Weiden zeichnet Vorsitzender Christoph Bauer (rechts) aus. Er warb auch für das "Volksbegehren Artenvielfalt".

 

 

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