19.02.2021 - 14:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Albert Rupprecht (CSU): "Barrierefreien Bahnhof in Weiden zeitnah umsetzen"

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg ist ein umfangreiches Infrastrukturprojekt. Von ihr hängt auch der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs in Weiden ab. Nur eines der Themen in einer Bürgermeisterrunde mit DB-Vertretern.

Seit Jahren ein Dauerärgernis: Der Weidener Bahnhof ist noch immer nicht barrierefrei ausgebaut. Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg soll sich das ändern.
von Siegfried BühnerProfil

Wenn über das Thema Elektrifizierung der Bahnstrecke in der nördlichen Oberpfalz gesprochen wird, stoßen die Gesprächspartner fast automatisch auch auf die Frage eines barrierefreien Bahnhofs in Weiden. Es war allerdings nur eines von verschiedensten Themen der Onlinekonferenz zwischen Bürgermeistern der Region und Vertretern der DB Netz AG. Eingeladen hatte Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht.

Rupprecht für zeitnahe Umsetzung

Beim Thema Barrierefreiheit gingen die Meinungen zwischen den Regionsvertretern und den Gesprächspartnern der DB Netz AG am weitesten auseinander. Rupprecht formulierte deutlich seine Unzufriedenheit mit den bisherigen Aussagen der Planer der Elektrifizierung. Damit wolle er sich auf keinen Fall abfinden. „Eine Elektrifizierung wird in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden, wenn die Schaffung der Barrierefreiheit des Bahnhofs in Weiden bis zum Abschluss der Maßnahme verschoben wird“. Keinesfalls will er Aussagen hören im Sinne von „wir planen jetzt die Elektrifizierung und dann schauen wir, ob die Barrierefreiheit möglich ist“. Rupprecht forderte vielmehr eine „zeitnahe Planung“ und ergänzte: „Die Finanzierung kriegen wir hin“. Schließlich sei es beschämend, wenn alte Menschen und Behinderte sich mit den Koffern auf den Treppen abschleppen“.

Nicht zufrieden zeigte sich der Abgeordnete vor allem mit der Aussage von DB Netz AG-Projektleiter Norman Wilk. Dieser hatte festgestellt, dass in der Leistungsphase 2 der Projektvorbereitung erkennbar sei, auf welchem Weg die Barrierefreiheit umgesetzt werden könne. Dann stehe ihr nichts mehr im Wege. Unter anderem würde die Vorplanung auch die Linienführung betreffen. Dazu seien Zugzahlen wichtig und eine Antwort auf die Frage, ob die aktuelle Infrastruktur passe. Niemandem sei geholfen, wenn später wieder etwas abgerissen werden müsse.

Für Weidens zweiten Bürgermeister Lothar Höher ist die Schaffung der Barrierefreiheit auch deswegen wichtig, „weil wir zum Beispiel mit dem HPZ Irchenrieth eine Infrastruktur haben, die auf Behinderte ausgerichtet ist“. Albert Rupprecht berichtete auch von einer Zusage des Verkehrsministers, über dieses Thema ein Gespräch mit Bahnvertretern zu führen.

Lärmschutz im Visier

Anders, als beim Thema Barrierefreiheit, herrschte beim Thema Lärmschutzmaßnahmen weitgehend Einigkeit. Horst Leißner von der DB Netz AG versicherte, dass das „Dobrindt-Schreiben“ vom Juli 2017 mit dessen Zusage auf einen Rechtsanspruch auf Lärmschutzmaßnahmen für Anwohner, Grundlage der weiteren Planung sei. Lärmschutzberechnungen würden auf dieser Grundlage vorgenommen. Jedes einzelne Gebäude würde berücksichtigt. Die zu treffenden Maßnahmen reichten von Lärmschutzwänden entlang der Strecke „bis hin zu passiven Maßnahmen wie Schallschutzfenster“. Für das Vorliegen der Voraussetzungen eines Rechtsanspruches auf Lärmschutz werde es einen in der Zukunft liegenden Endzeitpunkt geben, der noch bekanntgegeben werde. Zu Ausschreibungen dazu käme es frühestens im Jahr 2022.

In den Vorplanungen werde auch der Erschütterungsschutz untersucht. Punktuell werde gemessen und gegebenenfalls der Gleisunterbau ergänzt, um Schwingungen abzufangen. Ausführliches Thema der Konferenz war auch die bei der Elektrifizierung erforderlichen neuen Stromtrassen. „Warum müssen die über privates Gelände führen, wenn es in der Nähe Staatsforst gibt“, fragte dazu Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier. DB Netz AG-Vertreterin Marion Fink verwies zunächst auf die erste Öffentlichkeitsbeteiligung zur Stromtrasse-Führung, stellte dann aber auch fest, dass „wir beim Erstentwurf nicht darauf geschaut haben, wem das Grundstück gehört“. Es seien aber bereits teilweise Umplanungen vorgenommen worden.

Auch die zusätzliche Stromtrassenführung ist bei der Elektrifizierung Hof-Regensburg noch klärungsbedürftig

Fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof Weiden ein Dauerärgernis

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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