18.07.2019 - 12:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Altes Rathaus soll von innen erstrahlen

Es werde Licht. Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) tritt für einen beleuchteten Jogging- und Spazierpfad ebenso ein wie für ein Altes Rathaus, das von innen heraus erstrahlen soll. Auf helle Begeisterung stößt das nicht bei jedem.

Das Alte Rathaus in der Weihnachtszeit: Die "Adventsfenster" sind erleuchtet. Nach Antrag der Bürgerliste soll das ganzjährig so ähnlich aussehen.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Eine finstere Geschichte. Bei Dunkelheit seien gerade mal die Fenster von zwei Geschäften im Alten Rathaus beleuchtet, erzählt Reinhold Wildenauer. "Sehr schade für unser historisches Gebäude" findet der Stadtrat der Bürgerliste das. Wie eindrucksvoll eine erweiterte Illumination wirken könne, sehe man alljährlich in der Weihnachtszeit, wenn die Fenster zu Adventstürchen werden. Wildenauers Idee: Die Fenster sollen ganzjährig erleuchtet sein – "das wäre doch eine echte Attraktion". Ein Vorschlag, der am Mittwoch im Bauausschuss jedoch nicht bei jedem auf helle Begeisterung stößt.

So gibt Baudezernent Oliver Seidel zu bedenken, dass die Advents-Beleuchtung nur provisorisch eingerichtet werde. Eine dauerhafte Illumination erfordere Leitungsarbeiten, einen "größeren Eingriff in die bestehende Substanz". Zusätzlich bemerkt Seidel, dass unbenutzte Räume beleuchtet würden: "Man sollte das Alte Rathaus nicht zu einem dekorativen, dekorierten Schuppen verkommen lassen." Auch Roland Richter (SPD) zweifelt am Sinn des Ganzen. Mit Verweis auf "Lichtverschmutzung" würde auch Josef Gebhardt (SPD) "Illumination lieber zurückfahren". Sein Kompromissvorschlag: nur den Großen Sitzungssaal erstrahlen lassen.

Dabei findet Wildenauers Vorschlag auch Fans. Zum Beispiel Alois Lukas ("eine große Bereicherung") von der CSU und Veit Wagner ("märchenhafte Stimmungen") von den Grünen. Hans Sperrer (CSU) regt an, "das doch einfach mal ein Jahr auszuprobieren". Letztlich kommen die Stadträte auf Vorschlag von Bürgermeister Jens Meyer überein, eine Vorabstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzuwarten.

Mehr Erfolg hat Wildenauer mit seinem zweiten Licht-Vorstoß: der Fortführung der Beleuchtung am Ludwig-Wolker-Weg von der DJK bis zur Unterführung der Süd-Ost-Tangente. Das sei "keine Pflichtaufgabe", sagt Baudezernent Seidel, "aber wir sehen Vorteile und Sinn in der Erweiterung". Die werde immerhin bereits seit gut 20 Jahren diskutiert, erklärt Wildenauer. Sinnvoll sei das vor allem für die vielen Mütter, die dort mit Kinderwagen unterwegs seien. Aber auch Läufer und Radler könnten sich dann sicherer bewegen. Stefan Rank (Bürgerliste) plädiert für "intelligente", nämlich bewegungsabhängige Beleuchtung. Auf Kosten von angeblich mindestens 75.000 Euro allein für Leuchten verweist Hildegard Ziegler (SPD). Außerdem gebe es im Stadtgebiet "viele ähnliche Situationen". Richter stellt erneut den Nutzen in Frage. "Wem bringt das was? Fußgänger werden um 23, 24 Uhr dort nicht mehr unterwegs sein." Die Mehrheit sieht's weniger düster: Gegen die Stimmen der beiden Genossen befürwortet der Ausschuss die Beleuchtung.

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