24.07.2019 - 17:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Altes Rathaus Weiden: Sanierung fast abgeschlossen

Das Gerüst vor dem Eingang des Alten Rathauses ist verschwunden, die Freitreppe wieder zugänglich. Die Folge: Hochzeitspaare sagen ab sofort wieder im historischen Rathaussaal Ja zueinander. Am Hochzeitsmarsch wird aber noch gearbeitet.

Die Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus Weiden sind weitestgehend abgeschlossen. Begonnen haben sie bereits im Frühjahr 2017.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Es ist Glocke 17 von 24, die dem Mann der Turmuhrenfabrik Georg Rauscher aus Regensburg an diesem sonnigen Tag noch Sorgen macht. Fleißig justiert und probiert er deshalb von Leiter und Hebebühne aus am Geläut an der Giebelseite des Alten Rathauses. Das Probe-Bimmeln gibt's inklusive. Und so läuten außer der Reihe schon mal Tonleitern oder das Bayernlied über den Oberen und Unteren Markt – nur Glocke 17 bleibt stumm. Irgendwie kann sie nicht recht zum Schwingen gebracht werden. Vorerst. Defekt ist sie nämlich nicht. "Alle Glocken funktionieren mechanisch einwandfrei", informiert die Stadt Weiden auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Sie würden aktuell nur nachjustiert. Und die elektronische Programmierung der Liederdaten müsse noch umgestellt werden. Dann erklingt auch Glocke 17 wieder weithin hörbar – und der Hochzeitsmarsch. Letzteren braucht's dringend.

Wieder Hochzeiten im Alten Rathaus

Denn ab sofort kann wieder im Alten Rathaus geheiratet werden, teilt die Stadt mit. Sind doch die Sanierungsarbeiten an der Freitreppe so gut wie abgeschlossen, die Absperrungen und Gerüste auch an dieser Stelle gefallen. "Die Renovierungsarbeiten sind weitestgehend abgschlossen", bestätigt eine Pressemitteilung. Und tatsächlich: Das historische Wahrzeichen Weidens scheint wie neu, strahlt geradezu mit den heißen Sonnenstrahlen um die Wette. Zu tun gibt es dennoch.

"Es stehen noch Restarbeiten an", weiß die Stadtverwaltung. An der Rathaustreppe fehlten etwa noch die Sockelfliesen sowie der Fassadenanstrich in Sockelbereich. An den vier Eingängen zur Passage müsste der Steinmetz an der Nachtwächterfigur oder der Laterne arbeiten. In der Passage fehlt der Anstrich. Auch die Putzer stehen in den Startlöchern: Am Westgiebel fehlt der Feinschliff. "Aber Putzarbeiten bei über 30 Grad können nicht ausgeführt werden."

Wieder "Wilder Wein" für Rathaus-Fassade

Für mehr Aufsehen dürfte sorgen, wenn die Dachfenster eingesetzt und die historische Eingangstür eingebaut werden. Alle Liebhabern des Wilden Weins, der stets im Sommer sein Kleid ums Alte Rathaus webte, dürfen aufatmen: Auch die Weinreben werden wieder ranken, allerdings nur dort, wo die Stadt es will, damit die Fassade künftig unbeschädigt bleibt. Deshalb wird die Pflanze vom Treppenpodest über eine neue Rankhilfe über die Fassade "gelenkt".

Bis Ende August 2019 hieß es in früheren Pressemitteilungen sollen die Sanierungsarbeiten am Wahrzeichen Weidens abgeschlossen sein. Im Großen und Ganzen sei man auch im vorgegeben Zeitplan geblieben: "Die Hauptarbeiten der Dach- und Fassadensanierung sind bis Anfang September abgeschlossen", teilt die Stadt mit. Die Kleinarbeiten könnten sich aber bis zum Winter hinziehen. Vor allem bei den Restaurierungsarbeiten an den historischen, künstlerisch wertvollen Buntglasfenstern gibt es Probleme: Der nötige Fach-Restaurator ist aktuell nicht verfügbar.

Hintergrund:

Das kostet die Sanierung des Alten Rathauses

Das Alte Rathaus im neuen Glanz: Das kostet. 1,54 Millionen Euro waren als Gesamtsumme veranschlagt. 844.000 Euro davon erhielt die Stadt Weiden aus Fördermitteln. Zum Beispiel schoss der Bund aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV 220.000 Euro zu, die Bayerische Landesstiftung gab 115.000 Euro, der Bezirk 40.000 Euro. Die größte Unterstützung kam vom bayerischen Kultusministerium. Es unterstützt mit 469.000 Euro zur Denkmalschutzförderung.

Das Glockenspiel wird derzeit mechanisch nachjustiert.
Die Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus Weiden sind weitestgehend abgeschlossen. Begonnen haben sie bereits im Frühjahr 2017.
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