12.07.2018 - 16:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Angstfrei durch die Stadt

Gute Nachricht für die Bürger in Weiden: 2017 erreicht die Zahl der Straftaten im Bereich der Weidener Inspektion den niedrigsten Stand seit 2008.

Sicherheitsgespräch der Polizei beim Oberbürgermeister. Mit dabei (vorne, von links) Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger, OB Kurt Seggewiß, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Erster Polizeihauptkommisar Martin Roth (Bundespolizeiinspektion Waidhaus) sowie (mittlere Reihe, rechts) Thomas Bauer, Leiter der Kripo Weiden und (hinten rechts) Klaus Müller, Leiter der Weidener Inspektion.
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) „In Weiden kann man angstfrei durch die Stadt gehen.“ Mit diesen Worten beendete Polizeipräsident Gerold Mahlmeister seinen Bericht über die Sicherheitslage in Weiden.

Beim Sicherheitsgespräch im Neuen Rathaus konnte sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß über zahlreiche positive Nachrichten freuen. So ging die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Weiden erneut zurück. Sie liegt 2017 mit 3231 auf dem niedrigsten Stand seit 2008. Die wichtigste Meldung in der Kriminalstatistik: Es gab keinen Mord, allerdings zwei Totschlagsdelikte. Die Aufklärungsquote stieg auf über 73 Prozent. Sinkende Zahlen gab es bei der Diebstahlkriminalität einschließlich der Wohnungseinbrüche, der Rauschgiftdelikte und der Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Und sehr wichtig für die Bürger: Auf den Wegen Weidens ist es nochmals sicherer geworden, denn bei der Straßenkriminalität sind die Fallzahlen erneut kräftig zurückgegangen. „In Weiden kann man sich in jedem Winkel der Stadt sicher fühlen“, sagte der Leitende Polizeidirektor Thomas Schöniger, Stellvertreter des Polizeipräsidenten.

Etwas getrübt wird das Bild allerdings durch eine Zunahme von Rohheitsdelikten und Gewaltkriminalität. Zu beklagen sind auch fünf Rauschgifttote. Auf die Frage nach den Ursachen des Rückgangs der Straftaten erklärte Mahlmeister: „Alle beteiligten Organisationen machen mit.“ Auch dass „uniformierte Kräfte mehr Präsenz zeigten“, zählte er auf. Der Weidener Kripo-Chef, Kriminaloberrat Thomas Bauer, nannte zudem verbesserte Rahmenbedingungen wie die Fortschritte in der städtebaulichen Entwicklung sowie sinkende Arbeitslosigkeit.

Die Polizei setzt zudem stark auf die Mithilfe der Bürger. „Wir brauchen die Bevölkerung“, sagte Schöniger „Bitte wählen Sie, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt, unbedingt den Polizeinotruf 110“, bat auch Polizeidirektor Klaus Müller, Leiter der Polizeiinspektion Weiden.

Info:

Die Kriminalitätsentwicklung im Einzelnen

Straßen- und Gewaltkriminalität: Laut Mahlmeister geht es im Deliktbereich Straßenkriminalität stark „um das subjektive Sicherheitsgefühl“. Deshalb sei der Rückgang um 9,2 Prozent auf 471 Fälle positiv zu bewerten. Die Entwicklung 2017 im Detail: Straßen-Diebstahl inklusive Kfz 32 Fälle (-41), Fahrraddiebstahl 98 (- 54), Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum plus 39. Stark erhöht haben sich die Delikte „gefährliche und schwere Körperverletzung“ innerhalb der Straßenkriminalität: von 23 (2016) auf 40 Fälle (2017). Die Gesamtzahl der Fälle von Gewaltkriminalität stieg sogar von 83 (2016) auf 126.

Wohnungseinbrüche: Rückgang von 22 auf 13, darunter 6 Versuchsfälle. „Das ist sieben Mal niedriger als im Bundesdurchschnitt“, sagte der Polizeipräsident. Neben der zunehmenden Wachsamkeit in der Nachbarschaft würde sich auch die Präventionsberatung durch die Kriminalpolizeiinspektion sehr positiv auswirken.

Rauschgiftkriminalität: Rückgang von 395 auf 345, aber höhere Aufgriffsmengen. Die Bedeutung von Crystal hätte etwas abgenommen, „klassische Drogen dafür zugenommen“, sagte Mahlmeister. Laut Seggewiß ist die Stadt „schon immer Umschlagplatz für Drogen“.

Diebstahlkriminalität: Rückgang von 992 auf 783. Anteil an der Gesamtkriminalität 24 Prozent. Fast in jedem dritten Fall handelt es sich um Ladendiebstahl. Bei den 98 Fahrraddiebstählen sank die Aufklärungsquote von 33 auf 22 Prozent.

Info:

Tatverdächtige und Tatorte

27 Prozent der 1663 Tatverdächtigen (das sind 454) haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Von den 454 nicht-deutschen Tatverdächtigen sind 237 Zuwanderer (ohne Aufenthaltsrecht), 67 mehr als vor einem Jahr, gehören zu den Tatverdächtigen. Dennoch spricht Polizeidirektor Müller bei den Zuwanderern von „keiner signifikanten Häufung im Vergleich zu den Deutschen“. Bei den heranwachsenden Zuwanderern bis 21 Jahre waren es 78 (plus 27). Unter den 78 Tatverdächtigen-Fällen der heranwachsenden Zuwanderer waren 17 Personen mit drei und mehr Taten. Auch bei den deutschen Heranwachsenden gab es eine Zunahme um 45 auf 307 Tatverdächtige. Die Entwicklung in Weiden verlief „analog zu anderen Regionen der Oberpfalz“.

Stadt Weiden im Vergleich

Städte gelten generell eher als Tatort, betonten die Polizeivertreter mehrfach. Tatsächlich liegt auch in Weiden die Zahl Gesamtstraftaten höher als im Umland, wo auch die soziale Kontrolle innerhalb der Bevölkerung höher ist (Landkreis Neustadt/WN: 3198 Fälle). Die Aufklärungsquote der Polizei in Weiden übertrifft mit 73,7 Prozent sowohl den bayerischen Durchschnitt von 64,4 Prozent als auch den der Oberpfalz insgesamt von 67,0 Prozent. Der Anteil der Straßenkriminalität an der Gesamtkriminalität liegt in Weiden bei 14,8 Prozent, oberpfalzweit bei 16,7 Prozent.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.