20.06.2018 - 16:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Arbeit für Schwerbehinderte

Dass langzeitarbeitslose Schwerbehinderte Arbeit bekommen können, beweist das Förderprogramm Hand-in-Hand“. Das zeigt auch die Erfolgsstory von
Thomas Wolfinger.

Dank des Schwerbehindertenförderprogramms Hand-in-Hand hat Thomas Wolfinger Zweiter von links) jetzt bei "Die kleine Firma" in Neustadt/WN einen Dauerarbeitsplatz. Mit ihm freuen sich (von links) Musa Tarakci und Markus Braun als Arbeitgeber und die Vermittlerin regina Ram von der Arbeitsagentur Weiden sowie Beate Graf vom Integrationsfachdienst
von Siegfried BühnerProfil

Weiden. (sbü) „Die Investitionen haben sich gerechnet“, sagt Bernhard Markl, Leiter des Integrationsförderungsdienstes (IFD) bei der Bilanz des Förderprogramms „Hand-in-Hand“. Innerhalb von drei Jahren haben 59 arbeitslose Schwerbehinderte am Programm teilgenommen. 35 nahmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, 20 davon stehen in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. 624 000 Euro wurden für das Gesamtprojekt eingesetzt. Zu den bereits jetzt auf Dauer in den Arbeitsmarkt eingegliederten Schwerbehinderten gehört Thomas Wolfinger. Der ehemals lernbehinderte 37-Jährige aus Floß arbeitet seit zwei Jahren als Monteur und Umzugshelfer bei „Die kleine Firma“ in Neustadt. Vorher war er über Jahre hinweg arbeitslos gemeldet. Firmenleiter Markus Braun lobt seinen Mitarbeiter. „Er arbeitet genauso wie alle anderen und ist sehr eigenständig“.

Am Anfang sei es „etwas holprig“ gewesen, aber das habe sich dank der Betreuung durch die Projektmitarbeiter des Integrationsfachdienstes sehr schnell stabilisiert. Wolfinger ist nur ein Beispiel für die Vermittlungserfolge des Projekts Hand-in-Hand. „Leider ist das Projekt Ende April diesen Jahres ausgelaufen“, bedauert Markl. Er hofft, dass ein ähnliches Programm neu aufgelegt wird. Die Besonderheit lag in der Vernetzung aller beteiligten Akteure. Arbeitsagentur Weiden, Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth arbeiteten sehr eng mit dem IFD zusammen. Dort kümmerten sich Pädagogen und Sozialpsychologen um die Projektteilnehmer und ihre Arbeitgeber vor und während der Beschäftigung. Drei Vollzeitstellen waren dazu eingerichtet. Mit einem großen Pkw wurden die Schwerbehinderten transportiert. Sogar als mobiles Beratungsfahrzeug wurde es eingesetzt. Die Bilanz des Programms zeigt, dass umfassende sozialpädagogische Betreuung die Vermittlungschancen für langfristig arbeitslose Schwerbehinderte erheblich erhöht.

Auch nach einer Einstellung wurden Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht alllein gelassen. Auch Teamleiter Klaus Gredinger vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Weiden und Schwerbehinderten-Vermittlerin Regina Ram loben das Programm. „Diese Investition in Menschen lohnt sich für die Gesellschaft“, sagt Gredinger. Unabhängig von der wichtigsten menschlichen Seite werden jahrelange Sozialleistungszahlungen verhindert. „Manchmal waren allerdings Dutzende von Anrufen bei Arbeitgebern notwendig, bis sich einer zu einem Probepraktikum bereit erklärt hatte“, berichtet die IFD-Mitarbeiterin Beate Graf.

Leider kommt dieser Transporter jetzt nicht mehr zum Einsatz für Schwerbehinderte. Letztmalig versammelt sich dort das Team vom Intergrationsfachdienst. Mit dabei ihr Leiter Bernhard Markl und der Arbeitgeberservice-Teamleiter der Arbeitsagentur Weiden Klaus Gredinger (Zweiter und Erster von links)

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