Der Ansturm beim Kloster-Flohmarkt im Haus der Armen Schulschwestern am Samstag war riesig. "Wir lösen unser Haus bis Ende des Sommers auf. Und wir möchten gerne alle unseren schönen Dinge, unser Geschirr und was wir sonst so an Schätzen in unserem Kloster haben, unter die Leute bringen", sagt die Oberin, Schwester Brigitte, zum Hintergrund der Aktion. "Wir wollen ganz wenig vernichten oder wegwerfen. Wir wollen, dass die Leute ein Andenken an uns haben." Nachhaltigkeit wird großgeschrieben bei den Schwestern.
Einlassstopp
"Wir sind jetzt kein altes Kloster, wie die Benediktinerklöster, die noch viel mehr Schätze haben. Aber einige wertvolle Kleinigkeiten haben wir schon, die die Leute auch mitnehmen." Das Gedränge im Erdgeschoss, wo der Verkauf vonstatten ging, war groß. "Der Zulauf ist enorm", freute sich die Schwester. Zeitweise musste die Mutter Oberin die Pforte sogar schließen lassen, um dem Gewusel im Haus Herrin zu werden. "Ich muss immer wieder mal zumachen, weil es sonst zu eng wird hier."
Die Bürger interessierten sich für alles. Gekauft wurden Kruzifixe, Heiligenbilder, Papstportraits, Geschirr, Gläser, Bücher, Putten, Kleinmöbel, Anrichten und Blumenvasen. Es gab Schnäppchen über Schnäppchen zu fairen und günstigen Preisen. Von wegen Glaubensmüdigkeit. "Ich beobachte, wie die Leute die Kreuze ganz bewusst aussuchen. Große, kleine. Auch Weihwasserkessel gehen ganz gut." Die kleinen Klosterarbeiten seien schnell ausverkauft gewesen.
Unterstützung für arm Länder
"Uns freut, dass auch unsere religiösen Dinge geschätzt werden." Was für die kommenden Wochen und Monate von den Schwestern noch benötigt werde, habe man natürlich zurückgehalten, erklärte die Ordensfrau. "Wir wohnen oben, kochen und essen unten. Aber wir haben noch genug Geschirr und können unseren Haushalt ganz normal bestreiten." Alles was am Samstag verkauft wurde, war Eigentum des Klosters. Der Reinerlös gehe an die Stiftung des Ordens. "Damit unterstützen wir Schwestern in ärmeren Ländern. In Argentinien, Brasilien, Südsudan. Dahin geht das Geld. Wir wollen es nicht für uns behalten."
Zwei Pflegeheime
Der Orden agiert weltweit. Von Japan bis Südamerika, Nordamerika und bis in die osteuropäischen Länder Polen, Ungarn und Rumänien. Momentan wohnen noch sieben Nonnen im Weidener Kloster an der Luitpoldstraße. "Wir haben zwei große, sehr gut geführte Pflegeheime. Dort haben wir schon neun unserer Schwestern untergebracht. Die sind alle überglücklich." Im Mai werden noch einmal vier der Schwestern in diesem Pflegeheimen aufgenommen.
"Was mit uns drei Jüngeren passiert, wissen wir noch nicht. Aber das werden wir bald erfahren." Sie persönlich werde aktiv weitermachen, sagte Schwester Brigitte. "Für mich gibt es eine Aufgabe." Irgendwo hier in Bayern. "Ich gehe nicht ins Ausland. So jung bin ich auch nicht mehr. Ich werde heuer 70. Damit gehöre ich zu den etwas jüngeren in unserem Orden." Momentan sei der Orden der Armen Schulschwestern überaltert. Auch hier in Bayern. "Wo's aufblüht, ist in Afrika. Dort gibt es viele junge Schwestern."















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