18.01.2019 - 10:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Arztberuf muss attraktiver werden

Der Ärztemangel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein großes Problem. Mit flexiblen Modellen gehen die Kliniken auf die Mitarbeiter ein. Doch mögliche Lösungswege zu kreieren ist deutlich komplexer.

Diskussion über Ärztemangel beim Besuch des Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Tagesklinik in Weiden. Mit dabei ( von links) Leitender Oberarzt Dr. Franz Hench, medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner, Bezirksrat Toni Dutz und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher.
von Siegfried BühnerProfil

„Personalgewinnung ist unsere größte Herausforderung und eine tägliche Aufgabe“, sagt Dr. Dr. Helmut Hausner, Vorstand der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) beim Besuch des Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Tagesklinik in Weiden. Um attraktiv für das Personal zu sein, werde „jedes Arbeitszeitmodell angeboten, das gewünscht wird“ sagte der medbo-Vorstand. 31 Mitarbeiter arbeiten derzeit in der Tagesklinik, darunter 25 in Teilzeit. An die Politik appellierte er „ermöglichen Sie bitte den jungen Menschen mit weniger guter Abiturnote, die auch hier bleiben wollen, das Medizinstudium“. Dass die Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auch sehr personalaufwendig und „multiprofessionell“ sei, ergänzte der leitende Oberarzt Dr. Franz Hench. Psychologen, Logopäden und viele andere Fachdisziplinen seien erforderlich. Viel müsse auch mit den Eltern gearbeitet werden. Aktuell müsse in der Tagesklinik mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, da auch von den niedergelassenen Ärzten wenig Unterstützung kommen könne.

Hench berichtet von insgesamt stabilen Fallzahlen in der Tagesklinik. Oberärztin Dr. Schwendner-Berlin weist allerdings darauf hin, dass soziale Medien zu immer mehr Problemen bei Schülern führen würden. „Es gibt eine Zunahme bei denen, die es nicht mehr in die Schule schaffen“. Ängste, Cyber-Mobbing und „hässliche Kommunikation“ seien Ursachen. Hench sieht die Gefahr, dass Soziale Medien „die neuronale Entwicklung des Jugendlichen stören“. Bezirkstagspräsident Franz Löffler sieht Ärztemangel als „sehr komplexes Thema“. Man müsse im Gesundheitssystem auch „strukturell nachdenken und auf jeden Fall den Arztberuf attraktiver machen“, meinte Löffler. Auch eine positive Nachricht hatte er mitgebracht. „Der Weg ist jetzt frei für den Neubau der stationären Klinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie. 32 Betten würden eingerichtet. Sobald bei Baufirmen Kapazitäten frei seien „werden die Bagger kommen“, versicherte Löffler. Überhaupt seien mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden „die richtigen Weichen gestellt, dass auch hochwertige Medizin in die Fläche geht“.

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