(sbü) "Wenn das Dorf attraktiv ist, dann kommen oder bleiben auch die Ärzte", behauptet Professor Andrew Ullmann, FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. Der Abgeordnete aus Würzburg ist Arzt und Universitätsprofessor und war Hauptredner beim "Liberalen Dialog über die medizinische Versorgung im ländlichen Raum". Christoph Skutella, FDP-Kreisvorsitzender Weiden, hatte zur Diskussion eingeladen.
Lokalpolitik gefragt
Seine Empfehlung, die ländlichen Räume attraktiver zu machen, richtete er vorrangig an die Kommunalpolitiker. Und Ullmann warnte "Ist der Hausarzt weg, verschwindet auch rasch der Apotheker". Doch auch für die Gesundheitspolitiker formulierte Ullman zahlreiche Empfehlungen und politische Forderungen. "Die Budgetierung im ambulanten Bereich bei der Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen ist ein Angstfaktor", stellte er fest und forderte, dieses System zu ändern.
Er sprach sogar von einer "unsäglichen Budgetierung". Sie verhindere auch die Umsetzung des Grundsatzes "ambulant vor stationär". Schließlich sei die Einrichtung einer Arztpraxis auf dem Lande mit hohen Investitionskosten verbunden. Im System sei sehr viel Geld, aber "es müsse umgeschichtet werden". Von einer Verpflichtung von Studenten, später eine Praxis im ländlichen Raum zu betreiben, hält Ullmann wenig. Besser sei es, Mediziner, die aus der Region stammen, durch Anreize "wieder zurückzuholen".
Mehr Geld für Kliniken
Lob formulierte der Gesundheitsexperte für die Organisation der Kliniken Nordoberpfalz. "Kleine spezialisierte Krankenhäuser unter einem großen Dach ist das System der Zukunft". Zufrieden zeigte er sich auch damit, dass die Bayrische Landesregierung ihren Beitrag zur Krankenhausfinanzierung wieder auf 640 Millionen erhöht habe.
In den letzten Jahren sei durch Kürzungen der Personalschlüssel immer enger gemacht worden und ein Investitionsstau entstanden. Ullmann plädierte auch für die kommunale Verantwortung in der Krankenhausträgerschaft. "Ich habe Skepsis gegenüber Konzernen", sagte er dazu. Krankenhausbetten dürften auch nicht "auf dem Rücken der Patienten geschlossen werden". Kritik übte der Mediziner auch an den Defiziten in der Nutzung digitaler Techniken. Informationen aus Krankenhausaufenthalten sollten dem Hausarzt zur Verfügung gestellt werden.













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