20.09.2019 - 10:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

ATU kündigt Dutzende Führungskräfte: Filialleiter bekommen mehr Verantwortung

ATU strukturiert sich um und hat auf einen Schlag zahlreiche Führungskräfte gekündigt. Die Gerüchte, dass eine neue Gesellschaft gegründet und der Betriebsrat ausgeschaltet werden soll, stimmen nicht. Die Kündigungswelle hat andere Gründe.

Die ATU-Zentrale in Weiden will den Filialleitern mehr Verantwortung geben. Deshalb hat sie auf einen Schlag die mittlere Führungsebene entlassen.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Laut Informationen von Oberpfalz-Medien hat ATU innerhalb von wenigen Tagen 25 Gebietsleiter und technische Kundendienstleiter gekündigt sowie 5 Regionalleiter beurlaubt. Die Pressestelle der Unternehmens bestätigt, dass es sich von Führungskräften getrennt hat, ohne Zahlen zu nennen. Der offizielle Grund: ATU will seine "mehrstufige Führungshierarchie" im Vertrieb auflösen. Bisher war oben in der Hierarchie die Geschäftsleitung der ATU-Gruppe in der Zentrale in Weiden, dann kamen die Regional- und Gebietsleiter und unten die Filialleiter vor Ort. Die mittlere Führungsebene bricht nun weg.

Der Chef des Betriebsrates in Weiden, Helmut Meindl, meldet, dass sein Standort nicht betroffen ist. Doch er nennt Gründe für die Kündigungswelle: "Man will den Filialleitern vor Ort mehr Entscheidungsfreiheit und Verantwortung geben, denn die wissen am besten, was gut für die Kunden und das Unternehmen ist." Offenbar gab es Probleme mit dem Führungsstil der Chefs der mittleren Ebene, denn Meindl erzählt: "Die Kommunikation zwischen Zentrale und Regionalleitern war nicht so gut." Das meldet die Pressestelle natürlich nicht offiziell, erklärt aber, dass die Straffung der Hierarchie wesentlich dazu beitragen werde, die Kommunikation zwischen Zentrale und Filiale zu verbessern und "die Kompetenzen der Filialleitungen weiter zu stärken".

Gerüchte, dass mit der Kündigungswelle die Betriebsstruktur aufgelöst werden soll, dementiert das Unternehmen vehement: "Weder wurde eine Gesellschaft aufgelöst, noch gibt es Pläne in diese Richtung." Das Gerücht, dass der Betriebsrat ausgeschaltet werden soll, "entbehrt jeder Grundlage". Auch der Betriebsrat selbst und die Gewerkschaft können die Gerüchte nicht bestätigen. "Es ist sicherlich ein harter Einschnitt für die betreffenden Mitarbeiter. Aber eine Umgehung des Betriebsrates hat es nicht gegeben", erklärt Sabrina Feige von der IG Metall Amberg. Bei ATU hätten die Gebietsleiter nie einen Betriebsrat gewählt, den gebe es nur für die Zentrale und die Filialen. ATU hat 600 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Firma beschäftigt etwa 10.000 Mitarbeiter.

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