06.03.2020 - 14:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Augustinus-Gymnasium Weiden: Bestes Projekt-Seminar in der Oberpfalz

Was bedeutet wehrhafte Demokratie? Die Schüler des Augustinus-Gymnasiums in Weiden haben dazu ein Erklärvideo produziert und damit so richtig abgeräumt. Ihr Projekt-Seminar wurde als das beste in der Oberpfalz 2020 ausgezeichnet.

Sie sind das beste P-Seminar der Oberpfalz: Zusammen mit ihrem Lehrer Felix Wabra (zweite Reihe links) präsentieren die Schüler des Augustinus-Gymnasiums in Weiden ihre Urkunde.

In der Bundesrepublik werden immer wieder Vereinigungen verboten, die ihrem Selbstverständnis nach das Grundgesetz ablehnen. Doch wie demokratisch ist das eigentlich? Ist es nicht paradox, dass das Gesetz Freiheit einschränken muss, damit jeder Einzelne in der Gesellschaft frei bleiben kann?

Genau diese Fragen waren es, die das Projekt-Seminar Felix Wabras am Augustinus-Gymnasium beschäftigt haben. Als Antwort darauf haben sie das Prinzip der wehrhaften Demokratie für sich entdeckt und es in einem aufwendigen Erklärvideo für die zehnte Jahrgangsstufe anschaulich aufbereitet. Das Projekt-Seminar war damit so erfolgreich, dass es nun als bestes in der Oberpfalz 2020 ausgezeichnet wurde.

Unterstützung fanden die Schüler bei Oberpfalz-Medien. Mediengestalter Christian Gold erklärte ihnen im Laufe ihres Projekts an einem Vormittag ausführlich, was sie für die Produktion eines Erklärvideos wissen müssen.

Zur Preisverleihung in der Mensa des Augustinus-Gymnasiums kamen Hermann Brandl, der Geschäftsführer der Oberpfälzer Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, sowie der Ministerialbeauftragte für Gymnasien in der Oberpfalz, Franz Huber. Brandl betonte den Stellenwert der Projekt-Seminare für eine "optimale und frühzeitliche berufliche Orientierung." Huber lobte das Engagement der Schüler, sich mit dem wichtigen Thema Werteerziehung auseinandergesetzt zu haben. "Ich hätte nicht gedacht, dass einmal wieder eine Zeit kommt, in der sich die Gesellschaft so sehr für den Erhalt der Demokratie einsetzen muss", sagte Huber. Es gehe um menschliche Umgangsformen, die jeder Einzelne pflegen müsse. "Das ist heute leider nicht mehr ganz so selbstverständlich." Die Schüler hätten einen entscheidenden Beitrag zur gesellschaftlichen Bildung geleistet.

Viele Stunden Arbeit

Einfach war es für die Schüler nicht, das Projekt in die Tat umzusetzen. Sie erzählten von langen Drehnachmittagen, dem Kampf mit dem Video-Equipment und von der Herausforderung, das Projekt zu strukturieren. Damit das funktionieren konnte, haben sich die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt. Ein Team kümmerte sich um das Storyboard, das zweite um die Bilder und das dritte um die technische Umsetzung.

Wabra dankte seinen Schülern, die er seit der fünften Klasse begleite, und schenkte ihnen zusammen mit der Schulleitung USB-Sticks mit einer persönlichen Gravur. Auf den Sticks waren neben dem Gemeinschaftsprojekt auch noch 16 weitere Erklärvideos, die jeder der Schüler aus dem P-Seminar selbst produziert hatte.

Hier geht es zu den Videos der Schüler des Augustinus-Gymnasiums in Weiden

Info:

Wehrhafte Demokratie

Das Bundesverfassungsgericht beschreibt das politische System der BRD als wehrhafte Demokratie, weil sie die freiheitliche demokratische Grundordnung (fdGO) schützt. Um das zu gewährleisten, kann sie gegen verfassungsfeindliche Personen und Zusammenschlüsse präventiv vorgehen, bevor diese die fdGO materiell bedrohen. Das bedeutet, dass im Extremfall auch Grundrechte eingeschränkt werden können. Die fdGO soll eine Ordnung sein, die Willkürherrschaft ausschließt und die rechtsstaatliche Ordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes garantiert. Zu den zu schützenden Gütern der fdGO gehören unter anderem das Recht auf Leben und Selbstbestimmung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung sowie das Recht auf Opposition.

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