Weiden in der Oberpfalz
12.01.2022 - 15:57 Uhr
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Ausnahmen bei der 2G-Regelung: Weidener Händler sprechen von Ungerechtigkeit

Für die 2G-Regelung im Handel gibt es immer mehr Ausnahmen. Auch in Weiden müssen Kunden nicht mehr überall ihren Impfnachweis vorzeigen. So mancher Geschäftsmann in der Innenstadt kann das nicht nachvollziehen.

Michael Sebald kontrolliert an der Eingangstür seines Ladens in der Weidener Altstadt bei einem Kunden die 2G-Regel. Bild: Gabi Schönberger
Michael Sebald kontrolliert an der Eingangstür seines Ladens in der Weidener Altstadt bei einem Kunden die 2G-Regel.

Seit Anfang Dezember gilt für den Einzelhandel die 2G-Regelung. Das heißt, der Ladeninhaber darf nur noch geimpften Personen Zutritt zu seinem Geschäft gewähren. Doch nicht alle Händler müssen sich an die Richtlinien halten. Geschäfte, deren Sortiment den täglichen Bedarf deckt, fallen nicht unter die Vorgaben. Dazu zählen neben Bäcker, Metzger, Lebensmittelmärkten und Drogerien auch Baumärkte, Optiker, der Buchhandel, Tierbedarf und in Bayern Schuhgeschäfte. Eine weitere Ausnahme bildet nun der Textilhandel. Ein Gericht hat erst kürzlich 2G für die Bekleidungsgeschäfte gekippt.

Wer bleibt noch übrig? Diese Frage stellt sich auch der Weidener Einzelhandelssprecher Tobias Sonna. "In der Innenstadt gibt es nicht mehr viele, die noch 2G kontrollieren müssen", sagt er und zählt auf: "Läden mit Geschenkartikeln, Haushaltswaren, Juweliere, Teppichhändler, Telekommunikation und Lederwaren." Auch sein Geschäft am Oberen Markt ist davon betroffen. Die Leute könnten das nicht mehr nachvollziehen, meint er. Immer wieder käme Kundschaft, die dann frage: "Ach, bei Ihnen müssen wir noch vorzeigen?"

"Keine Hilfssheriffs"

Als 2G eingeführt wurde, habe er das Gefühl gehabt, dass damit nicht das Infektionsgeschehen eingedämmt, sondern der Impfdruck erhöht werden soll. "Wir im Einzelhandel sind jedoch nicht die Hilfssheriffs der Regierung", ärgert er sich. Dennoch will er mit dieser Aussage keinen falschen Eindruck wecken. "Ich bin klar fürs Impfen", betont er. "Doch als Händler bin ich hin- und hergerissen", gibt er zu. Sonna schlägt deshalb vor, den Einlass nicht auf 2G zu beschränken, sondern zusätzlich auch wieder Ungeimpfte mit negativem Test zuzulassen.

Auch "Roglers Impressionen" im NOC Weiden, ein Laden für Geschenk- und Dekoartikel, muss noch kontrollieren. Chef Peter Rogler findet das ungerecht. Von seinen Geschäftsräumen im NOC Weiden hat er direkt den Eingang von TK Maxx im Blick. Seit Bekleidungsgeschäfte gerichtlich von den Vorschriften ausgenommen worden sind, gehen hier die Kunden wieder ungehindert ein und aus. "Dort gibt es auch Dekoartikel. Wo ist da der Unterschied zu meinem Laden?" stellt er sich die Frage.

30 bis 40 Prozent Umsatzeinbrüche

Seine Kundschaft bezeichnet er aber als sehr verständnisvoll. "Ich habe noch keinen gehabt, der sich darüber aufgeregt hat, dass er seinen Impfnachweis vorzeigen muss", erzählt er. Andererseits sei der Umsatz um 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 zurückgegangen. Wenn es nach ihm ginge, würde Rogler die 2G-Regelung für den Handel wieder abschaffen, da dieser nicht der Infektionsherd Nummer eins sei. 2G in der Freizeit, etwa in Fitnessstudios oder im Schwimmbad, hält er dagegen durchaus für sinnvoll.

"Natürlich steht das Ganze unter der großen Überschrift Ungerechtigkeit", sagt auch Michael Sebald. "Da fragt man sich sich schon, warum Kunden bei uns ihren Impfnachweis vorzeigen müssen und fünf Meter weiter spazieren sie einfach in den Laden", gibt der Inhaber von Uhren-Gold Sebald in der Weidener Altstadt zu bedenken. Eine Beobachtung vor kurzem in einer Drogerie machte ihn nachdenklich: "Da wird wegen Andrang eine dritte Kasse aufgemacht und überall stehen 10 Leute ohne Abstand an."

Dennoch will er nicht klagen. "Bei uns funktioniert 2G gut. Die Leute zeigen ihren Ausweis problemlos vor", berichtet der Geschäftsmann. Es komme "ganz, ganz selten vor", dass jemand mal etwas sagt. Auch wenn sich die Regelung nicht ganz nachvollziehen lässt, kann er sich damit gut arrangieren. "Lieber so, als wieder ganz zusperren", erinnert er an den Lockdown im vergangenen Jahr.

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