Weiden in der Oberpfalz
30.05.2026 - 00:01 Uhr

Mit der Autobahn den Anschluss an Europa geschafft

Die A 6 und A 93 sind die wichtigsten Verkehrsachsen der Oberpfalz. Erst 2008 wurden die beiden Autobahnen endgültig miteinander verknüpft. Bis es so weit war, war es ein langer Kampf.

Info:

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Artikeln im Jubiläumsjahr von Oberpfalz-Medien. Viele davon sind in einer Beilage unserer Tageszeitungen am 30. Mai 2026 erschienen.

Goldene Straße oder Via Carolina wird sie auch genannt, die Autobahn A 6, die Nürnberg und Prag verbindet. Jahrzehntelang, während des Kalten Krieges, war dieser Verkehrsweg blockiert und nicht einmal ansatzweise ausgebaut. In den 1970er-Jahren erfolgte zumindest der Ausbau von Nürnberg Richtung Amberg. Dabei wurde lange überlegt, ob die Autobahn nördlich oder südlich an Amberg vorbeiführen sollte. Schließlich entschied man sich für die südliche Variante, damit der Raum Schwandorf besser erschlossen werden konnte. Bis zum Jahr 2008 endete die Autobahn an der Ausfahrt Amberg-Ost bei Ebermannsdorf.

Jahrzehnte wurde diskutiert, wie es weitergehen sollte. Den Durchbruch verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei einem Besuch im Dezember 2000 in Weiden: "Der Lückenschluss zwischen Amberg und der Grenze bei Waidhaus wird vollzogen!" Im Jahr 2004 begannen die Bauarbeiten für das letzte, noch fehlende 20 Kilometer lange Stück. Am 10. September 2008 folgte in der Nähe von Schmidgaden die Verkehrsfreigabe – mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Stargast.

Seitdem hat über das Autobahnkreuz "Oberpfälzer Wald" auch der Verkehr der kreuzenden A 93 aus München und Berlin Anschluss in die Richtungen Nürnberg und Prag und darüber hinaus. Die Oberpfalz rückte dadurch ein Stück weiter in die Mitte Europas.

Die ersten Planungen für den Bau der A 93 reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Konsequent daran gearbeitet wurde erst seit den 50er-Jahren. Für den ländlichen Raum im Grenzgebiet war es eine Chance. Den Lückenschluss vom Süden her am 4. Dezember 1987 begleiteten große Hoffnungen, als Bundesverkehrsminister Jürgen Warnke und Staatsminister Gustl Lang (beide CSU) nach zwei Jahren Bauzeit das 7,1 Kilometer lange Teilstück Weiden–Luhe-Wildenau der A 93 freigaben und die nördliche Oberpfalz knapp 100 Jahre nach der Eisenbahn ans Autobahnnetz ging. Der vierspurige Ausbau kostete rund 85 Millionen Mark und führt über zwölf Brücken.

Bei Häppchen und „Kalterer See" versprach der Bundesverkehrsminister damals, dass noch vor den 90er-Jahren die A 93 von Weiden-Nord aus in Richtung Mitterteich vierspurig ausgebaut und dann bis Hof vollendet werden solle, berichtete die Zeitung "Der neue Tag". Heute nutzen laut Verkehrsbehörden im Durchschnitt rund 45.000 Fahrzeuge am Tag die Nord-Süd-Verbindung.

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