Zum zehnjährigen Bestehen des Lions-Clubs "Goldene Straße" gastierte das Heeresmusikkorps Veitshöchheim, eines von zehn sinfonischen Bundeswehr-Blasorchestern in Deutschland, in der Max-Reger-Halle. Lions-Vizepräsident Christoph Skutella schlug unter dem Serviceclub-Motto "We serve" mit Gründungspräsidentin Sabine Märtin die Brücke zu den Bundeswehrmusikern, die in ihrer ebenfalls "dienenden" Funktion zugunsten von Eltern suchtkranker Kinder spielten.
Augenzwinkernd begrüßte als Dirigent Oberstleutnant Roland Kahle die Besucher mit den Worten: "Die Oberpfälzer sind zu einer bestimmten Jahreszeit in Veitshöchheim besonders gern gesehen" und spielte damit auf die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" und den Frankenfasching an. Auf offene Arme hoffte er für den Auftritt seiner "Kapelle".
Mit der Fanfare aus "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauß eröffnete das Orchester den Konzertabend auf dunkler Bühne, die sich passend zur Musik nach und nach aufhellte. Der erste Teil stand ganz im Zeichen von Fanfaren, mit der Ouvertüre zur "Leichten Kavallerie" von Franz von Suppé ging es dann weiter, bevor vier Trompeter zur Fanfare griffen, um den "Parademarsch der 18er Husaren" anzustimmen.
Stabsfeldwebel Thomas Althöhn führte dabei erfrischend kurzweilig mit vielen Anekdoten durchs Programm. Nach einer Originalkomposition für Blasorchester folgte "Victory", ein Stück, in dem Lebensfreude, Trauer und Denken von Rossano Galante eindrucksvoll in Töne umgesetzt wurden. Ferner schritten Musiker und Publikum über den zehnminütigen Königsweg "El Camino Real" von Alfred Reed in die Pause.
Was die "Rolling Stones" zu Beginn ihrer Konzerte abspielten, sei gerade gut genug für das Korps zur Eröffnung des zweiten Teils, witzelte Moderator Althöhn über die "Fanfare For The Common Man". Filmmusik stand auf dem Programm, etwa "Caravans" mit einem schönen Englischhorn-Solo oder "Against All Odds" von Phil Collins, bei dem Stabsfeldwebel André Müller auf dem Altsaxofon seine meisterlichen Fertigkeiten bewies – flinke Finger, jazzige Läufe und viel Gefühl.
Sein Kollege Markus Lenhardt rief in einem Medley mit viel Schmelz in der Stimme Harry Belafonte in Erinnerung. Der Aufforderung zum Mitsingen kam das Publikum gerne nach. "Zum ersten Mal aufgeführt", merkte Dirigent Kahle an, der mit seinem schwungvollen Dirigat die Musiker zu Höchstleistung und größtem Hörgenuss antrieb.
Hinter dem geheimnisvollen Titel "Bucket Parade" steckten die Perkussionisten, die normalerweise in der letzten Reihe für den Rhythmus sorgen. Drei Männer und eine Frau zeigten als "Veitshöch-HEimer" eine beeindruckende Rhythmik-Einlage, bevor das Orchester mit der heimlichen Hymne aller Musikbegeisterten "Music was my first love" den Abend offiziell beendete. Ohne Zugabe kamen die Musiker aber nicht von der Bühne. Mit dem "Castaldo-Marsch" und "Auld Lang Syne" verabschiedete sich das Heeresmusikkorps, das mit diesem Konzert sicher neue Freunde in der Oberpfalz gefunden hat.



















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