Georg Gollwitzer, 1925 in Obertresenfeld am Fuße des Fahrenbergs geboren, wuchs dort in einer kleinen Landwirtschaft mit acht Geschwistern auf. Der Lehrer hatte ihn nach der Volksschule ohne sein Wissen im Gymnasium in Weiden angemeldet. In dieser Zeit ministrierte er in St. Sebastian und hat dort auch den Blasebalg der Orgel getreten. Mehr noch blieben ihm die Mitgliederzusammenkünfte des damals schon von den Nazis verbotenen katholischen Jugendverbandes Bund Neudeutschland in Erinnerung. Die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft und deren Losung „Lebensgestaltung in Christus“ habe sein Leben entscheidend geprägt, wie er immer wieder betonte.
Lange sollte die Schulzeit in Weiden nicht dauern. Gleich nach der mittleren Reife wurde Gollwitzer zum Arbeits- und danach zum Wehrdienst eingezogen. Er erlebte als junger Mensch Krieg und Gefangenschaft. Nach Abschluss des Gymnasiums und anschließendem Theologiestudium empfing er am 1952 im Regensburger Dom die Priesterweihe durch Erzbischof Michael Buchberger. Die Entscheidung für den Priesterberuf und seinen Primizspruch „Dein Reich komme“ war für ihn, wie er einmal formulierte, auch „Antwort auf die brutale menschenverachtende Herrschaft des gottlosen Regimes des Dritten Reichs“.
Nach Kaplansjahren in Kirchenpingarten, in Wunsiedel und in der Dompfarrei wirkte Gollwitzer 33 Jahre lang als geistlicher Religionslehrer am St.-Marien-Gymnasium und an der Marien-Realschule in Regensburg. Den Schülern dort war er nicht nur Lehrer, sondern vor allem auch Seelsorger. Er war ein guter Zuhörer und besaß das Charisma des Tröstens, des Ermutigens und des Ratens, wie es die damalige Schulleiterin zum Abschied formulierte.
Eigenschaften, die ihn zusammen mit seiner Begabung fürs Predigen, auch in der Zeit des Ruhestandes in Weiden zu einem allseits beliebten Priester machten.
Von 1996 an hat er in der Seelsorge der Pfarrei St. Josef mitgearbeitet. 18 Jahre später zog er dann ins Seniorenheim St. Konrad, feierte aber auch die folgenden Jahre noch täglich die Hl. Messe mit den Armen Schulschwestern in deren Hauskapelle in der Luitpoldstraße. Als ihm dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, bleib er für viele weiterhin ein geschätzter Seelsorger und Gesprächspartner am Telefon. Zusammen mit den Bewohnern des Seniorenheims und mit seinen 22 Nichten und Neffen konnte er 2017 noch sein Eisernes Priesterjubiläum feiern. Am Samstag ist Studiendirektor a.D. Georg Gollwitzer, nunmehr im 68. Priesterjahr stehend, verstorben.
Das Requiem für den Verstorbenen wird am kommenden Samstag um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche Vohenstrauß gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung im Elterngrab auf dem Friedhof in Altenstadt bei Vohenstrauß.













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