18.10.2018 - 09:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Betonringe sind ihm ein Graus

Manche Gärten sehen für ihn so aus, als ob "die Zonen-Grenze nachgebaut" werde. Steile Wände, viel Beton. Beim Obst- und Gartenbauverein zeigt Fachberater Arthur Wiesmet, wie man Höhenunterschiede im Garten ansprechend überbrücken kann.

"Grauslich": Diese Art der Hang-Gestaltung im Hausgarten lehnt wahrscheinlich nicht nur der Fachberater ab.
von Autor hczProfil

Schon die alten Ägypter, Inkas und Mayas bauten mit Stein imposante Bauwerke. Die Straßen und Brücken der Römer halten bis heute. Wiesmet: "Heute aber, wenn eine Autobahn 20 Jahre hält, feiern die Straßenbauer schon."

Auch im heimischen Garten wird heute vielfach Stein zur Gestaltung verwendet, insbesondere wenn Höhenunterschiede überwunden werden müssen und nicht blanke Treppen ins Gras gesetzt werden sollen. Mit abschreckenden Beispielen zeigte Wiesmet am Dienstagabend im "Schützenhaus" auf, welche Fehler bei der Befestigung und Begrünung von schrägem Gelände gemacht werden. Der Gartenfachberater aus Sulzbach-Rosenberg ist seit 20 Jahren am Landratsamt Amberg- Sulzbach tätig und war schon mehrfach als Referent beim Obst- und Gartenbauverein Weiden zu Gast.

Betonringe, Betonmauern oder gar "Steine" aus Plastik würden für abschüssiges Gartenareal nicht nur hohe Kosten, sondern auch "grausiges Aussehen" bedeuten, warnte Wiesmeth. In unserer "steinreichen Region" sollten Granit und andere hier vorkommende Steine verwendet werden und nicht "die Zonen-Grenze nachgebaut werden". Möglichst große Steine ("so schwere, wie der Radlader packt") sollten zuunterst eingebracht werden und dann etwas kleinere, um Höhenunterschiede zu überwinden. Zwischen die Steine sollte gesiebter, fetter Humus gegeben werden.

Senkrechte Mauern seien ein "Horror" in jedem Garten. Split oder Folien dahinter sei unbedingt zu vermeiden. Der Wasserhaushalt werde gestört, Pflanzen hätten keine Chance sich gut zu entwickeln und die Mauer würde bald dem Druck des Erdreichs dahinter nicht standhalten. Den so genannten "Spritzgussgranit", meist in China gefertigte Formteile, würden Algen, Moos und Flechten nach und nach kaschieren und die Hässlichkeit so überdecken - aber es sehe halt übel aus! Mit herrlichen Bildern aus Südtirol, von der Gartenschau in Erfurt aber auch aus der Oberpfalz zeigte der 61- Jährige, wie es dauerhaft, schön, umweltfreundlich und natürlich gemacht werden kann. Zur Begrünung von schrägen Steinmauern empfahl er Lavendel, Ysop, Alpenglockenblume, diverse Stauden und Schattenpflanzen. Dadurch erspare man viel Pflege und Gießen.

Vorsitzender Klaus Fischer dankte dem Gartenfachmann, der auch 2019 wieder einen Vortrag in Weiden halten wird. In einer kurzen Vorschau kündigte Fischer Obstbaum-, Rosen- und Sommerschnittkurse an. Zu einer Pflanzentauschbörse Anfang Mai und vielen Fachvorträgen ist die Öffentlichkeit eingeladen. In der nächsten Versammlung stellt Alexandra Lukas "Partysalate" vor. Zu der Veranstaltung im Schützenhaus am 20. November um 19.30 Uhr kann man sich bei "Gartenfee" Renate Flauger (Telefon 0961/34699) anmelden.

Auf Einladung von Obst- und Gartenbauvereins-Vorsitzendem Klaus Fischer (rechts) kam Arthur Wiesmet zum Vortrag nach Weiden.
Ein positives Gegenbeispiel.
Ein positives Beispiel aus Schloss Trautmannsdorf (bei Meran). Hier blüht und grünt alles.
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