14.02.2019 - 15:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Betrüger erleichtern zwei Seniorinnen um Zehntausende Euro

Die Polizei Weiden hat zwei Frauen und einen Mann in Verdacht, die Hilfsbereitschaft von zwei Seniorinnen schamlos ausgenutzt zu haben. Sie sollen von einer 93- und einer 74-Jährigen mehrere zehntausend Euro ergaunert haben.

Immer wieder nehmen Betrüger ältere Bürger aus. Deshalb warnt die Polizeiinspektion Weiden Senioren nochmals eindringlich, ihr Geld nicht in fremde Hände zu geben.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

„Dreister geht es kaum!“, heißt es im Polizeibericht an diesem Donnerstag. Er informiert über einen Ermittlungserfolg, der besonders ältere Bürger aufatmen lassen dürfte. Denn die Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Weiden hat offenbar drei Tatverdächtigen das Handwerk gelegt, die unabhängig voneinander zwei ältere Damen in Weiden wohl um mehrere zehntausend Euro gebracht haben.

Im ersten Fall geriet eine 93-Jährige ins Visier von Betrügern. Eine 39-jährige Frau sprach die Seniorin laut Polizei „auf gut Glück in einer Allerweltssituation an“ und gaukelte ihr vor, dringend eine kleine finanzielle Hilfe zu brauchen. „Selbst aufgewachsen in Zeiten größter Not, scheute die 93-Jährige nicht davor zurück, der 39-Jährigen finanziell unter die Arme zu greifen“, heißt es im Polizeibericht.

Die kleineren monetären Zuwendungen für kaputte Spülmaschinen oder defekte Autos steigerten sich über die Zeit, weiß die Polizei. Ein Vertrauensverhältnis scheint entstanden zu sein, inzwischen wusste die Tatverdächtige auch, wo die gutmütige Seniorin zu finden ist. Erst als die Betrügerin zu gierig wurde und eine sehr abstrakte Geschichte auftischte, wurde die 93-Jährige skeptisch und informierte sich. Am Ende hat die ältere Dame viel zu spät erkannt, dass sie betrogen und ausgenutzt wurde. Und das gewaltig. Von Juni 2017 bis Oktober 2018 sollen die 39-Jährige und ein 49 Jahre alter Komplize Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro von der 93-Jährigen ergaunert haben.

Etwas schneller flog die Betrügerei im zweiten Fall auf. Eine 74-Jährige erschien zwischen August und Oktober 2018 mehrmals in ihrer Bankfiliale und hob drei- beziehungsweise vierstellige Bargeldbeträge ab, nachdem auch sie zufällig in der Öffentlichkeit angesprochen und um Hilfe gebeten wurde. Eine ebenfalls 39-Jährige nutzte neben der Gutmütigkeit wohl auch die Erkrankung ihres 74 Jahre alten Opfers aus, heißt es im Polizeibericht. Nach Informationen von Oberpfalz-Medien leidet die Seniorin an einer leichten Demenz.

Die vielen Abhebungen kamen einer Bankangestellten verdächtig vor. Sie verständigte schließlich die Polizei – sehr umfangreiche Maßnahmen der Ermittlungsgruppe der Inspektion Weiden begannen, auf die die Beamten nicht im Detail eingehen wollen. Sie führten jedenfalls auf die Spur der insgesamt drei Tatverdächtigen. „Durch weitere strafprozessuale Maßnahmen, die in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Weiden durchgeführt wurden, konnten weitere Beweismittel sichergestellt werden“, heißt es im Polizeibericht. Nach Informationen von Oberpfalz-Medien erfolgten unter anderem Wohnungsdurchsuchungen.

Die Tatverdächtigen werden nun wegen Betrugs angeklagt. Das Geld aber – mehrere zehntausend Euro – werden die Seniorinnen laut Polizei wohl nicht mehr wiedersehen.

Vorsicht vor Seniorenbetrügern:

Die Polizei warnt ältere Mitbürger und ihre Angehörigen

Diese fünf ganz konkreten Tipps gibt die Polizeiinspektion Weiden älteren Bürgern und ihren Angehörigen:

• Seien Sie achtsam, wenn Ihnen eine Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung erfordert, von jemanden FREMDEN mitgeteilt wird.

• Werden Sie misstrauisch, wenn Sie um Geld gebeten werden.

• Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen oder an Personen, die Sie erst seit Kurzem kennen.

• Sollte sich Ihnen gegenüber jemand als Amtsperson ausgeben, lassen Sie sich den Dienstausweis zeigen. Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde SELBST heraus oder lassen Sie sich diese durch die TELEFONAUSKUNFT geben.

• Kontrollieren Sie öfter die Kontobewegungen auf dem Konto Ihres Angehörigen. Fallen Ihnen hohe, nicht zu erklärende Geldabhebungen auf? Wenden Sie sich bei den geringsten Verdachtsmomenten an die für sie zuständige Polizeidienststelle.

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