26.06.2019 - 15:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Betrunkener Student tickt bei Routinekontrolle aus

Keine Einsicht zeigte ein 24-Jähriger vor Richter Hermann Sax. Die Quittung dafür: sieben Monate auf Bewährung und 120 gemeinnützige Arbeitsstunden.

Symbolbild.
von Autor hczProfil

Ende September war der Student morgens um sechs Uhr in der Bahnhofstraße mit 1,38 Promille Alkohol im Blut eine kurze Strecke gefahren. Polizisten auf Streife hielten ihn wegen seiner unsicheren Fahrweise an, ließen ihn blasen und nahmen ihn mit zur Wache. Bis hierher war der junge Mann kooperativ gewesen. Das änderte sich allerdings, als ein Arzt ihm Blut abnehmen sollte.

Plötzlich wehrte der schlanke, sportliche Ledige sich mit Händen und Füßen. Einen der Polizisten, die ihn schließlich zu Dritt zu Boden brachten und festhielten, versuchte er mit dem Knie zu treffen. Den Polizeihauptmeister, der ihn mit einem Handballenschlag gestoppt hatte, beschimpfte der Wüterich mit: „Du schlägst sicher deine Kinder auch. Du bist bestimmt ein beschissener Vater.“ Als der Mann nach der Blutentnahme und einigen Formalien entlassen wurde, habe er „provokativ in Richtung der Beamten geschaut und auf den Boden gespuckt“, berichtete der Polizeihauptmeister als Zeuge vor dem Amtsrichter. Wenig später sei auch der Arzt zurück gekommen und habe Anzeige erstattet, weil ihn der 24-Jährige mit einem üblen Ausdruck beleidigt hatte.

Vor dem Amtsrichter stellte der Angeklagte die Sache gänzlich anders dar. Er habe die Blutentnahme nicht dulden wollen, weil er gedacht habe, dies sei ohne richterliche Anordnung nicht zulässig. Man habe ihn nicht auf die Toilette gehen lassen, grob angepackt und ins Gesicht geschlagen. Er habe „nicht das Geringste gegen Staatsdiener“. Ausgespuckt habe er nur, weil seine Nase gelaufen sei. Und eine Beleidigung des Amtsarztes sei nicht erfolgt.

Nach dem Plädoyer von Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Dr. Marco Heß, der acht Monate auf Bewährung und 1800 Euro Geldauflage gefordert hatte, sprach Richter Sax das Urteil. Ein Monat weniger, und – angesichts der Einkommensverhältnisse des Studenten – Arbeitsstunden statt Geldzahlungen. Ein kleine Vorstrafe floss in das Urteil mit ein. Vor einem Jahr hatte der Verurteilte ein paar Partydrogen dabei gehabt, als er eine Disco betreten wollte.

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