21.03.2021 - 09:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bischof Voderholzer bei Josefifeier in Herz-Jesu-Kirche Weiden: Ostergottesdienste wieder möglich

"Von unseren Gottesdiensten ist noch keine Gefahr ausgegangen", sagt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bei der Josefifeier in der Herz-Jesu-Kirche Weiden. Ostergottesdienste könnten heuer wieder gefeiert werden.

von Helmut KunzProfil

Es war eine nachdenkliche Predigt. „Voriges Jahr mussten wir die Kirchen über Ostern zusperren, auch wenn es uns fast das Herz zerrissen hätte“, betonte Bischof Rudolf Voderholzer am Freitagabend bei der Josefifeier vor Mitgliedern der beiden großen kirchlichen Sozialverbände KAB und Kolping in der Herz-Jesu-Kirche. „Das wird uns heuer erspart bleiben.“ Diesmal werde die Auferstehung Christi unter Auflagen in den Gotteshäusern gefeiert werden können. „2020 hat die Corona-Pandemie die Kirchen kalt erwischt. Heuer hatten wir Zeit für die Vorbereitungen.“

Das Hygienekonzept in den Kirchen passe. „Von unseren Gottesdiensten ist noch keine Gefahr ausgegangen. Wir wollen schließlich nicht das Virus verbreiten, sondern die Frohe Botschaft“, rief der Oberhirte am Jahrestag der Amtseinführung von Papst Franziskus den Gläubigen zu. Das vergangene Jahr habe den Verantwortlichen in den Kirchen viel Kreativität abverlangt. Telefongespräche und das Internet könnten aber die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Bischof Rudolf dankte Stadtpfarrer Gerhard Pausch, der zum 1. September in den Ruhestand geht, für sein Wirken.

KAB und Kolping hatten neben dem Altarraum Fahnen und Banner aufgestellt. Der Heilige Josef habe dieses Fest verdient, sagte der Oberhirte. Alle vier Evangelien berichteten über ihn. Der Heilige Vater sehe die Zusammenhänge zwischen dem treuen Dienst des Heiligen Josef an seiner Familie und dem der Frauen und Männer, die sich in diesen Monaten für ihre Mitmenschen aufopferten.

Unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie habe Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben „Patris corde“ vom 8. Dezember ein Jahr des Heiligen Josef ausgerufen. Diese Würdigung des „väterlichen Herzens“ habe der Heilige Vater anlässlich des 150. Jahrestags der Erhebung des Heiligen Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche durch Papst Pius IX. erwirkt.

Der Heilige Josef sei ein Mann aus dem zweiten Glied. Der Bischof dankte auch all jenen aktiven Helfern aus der zweiten Reihe. En Menschen, die während der Pandemie unverzichtbare Dienste für die Allgemeinheit geleistet hätten. Schulen, Eltern und Erziehern. Dem Personal auf den Intensivstationen und den Betreuern in Alten- und Pflegeheimen. „Vielerorts sind Stimmen laut geworden, die sich für eine gerechte Bezahlung dieser Berufe eingesetzt haben.“ In diesem Zusammenhang sei leider auch die Caritas öffentlich in die Kritik geraten, weil die Kommission des Deutschen Caritasverbandes den flächendeckenden Tarifvertrag, den eine Gruppe von kleinen Gewerkschaften mit den Arbeitgebern ausgehandelt hatte, nicht angenommen habe.

„Damit wurde der falsche Eindruck erweckt, als habe die Caritas und damit natürlich auch die Kirche etwas gegen eine gerechte Bezahlung." Das sei ungerecht und stimme nicht. „Die Caritas zahlt wesentlich besser, als viele andere Träger von sozialen Einrichtungen. Das hängt mit dem dritten Weg zusammen.“ Danach würden die Arbeitsbedingungen für die einzelnen Dienstverhältnisse durch paritätisch besetzte Kommissionen nach kircheneigenen Ordnungen festgelegt.

"Papst Franziskus lädt uns ein, an die zu denken und für die zu beten, die wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie arbeitslos geworden sind." Arbeit sei ein wesentliches Element der Persönlichkeitsentwicklung und der Selbstverwirklichung eines Menschen. Hier brach der Oberhirte eine Lanze besonders auch für die Gastronomie und Hotelerie. Diese Sparten seien seit einem Jahr, mit Ausnahme einiger weniger Monate, zur Untätigkeit gezwungen.

„Der Staat hat zwar Manches aufgefangen. Aber man möchte doch für das Geld, das man auf sein Bankkonto bekommt, auch etwas tun, um auf diese Weise seinem Leben einen Sinn zu geben.“ Zuletzt hatte der Bischof die Pfarrei vor zwei Jahren zur Einweihung des neuen Pfarrheims besucht, das vorübergehend zweckentfremdet werde. "Heute leistet es gute Dienste für das Gesundheitsamt." Er setze nun all seine Hoffnung darauf, dass sich die aus Sicherheitsgründen entstandenen Lücken in den Kirchenbänken nach der Pandemie wieder schließen ließen.

Die Corona-Pandemie und die Rolle des Pfarrheims Herz Jesu Weiden

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