21.11.2018 - 18:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Black Friday": Halali für Schnäppchenjäger

Am 23. November ist es wieder soweit. Viele Online-Shops - auch aus der Oberpfalz - locken am "Black Friday" mit hohen Rabatten. Ein Unternehmen hingegen setzt lieber auf eine andere Art der Kundenbindung.

Eine Frau geht in ein Geschäft, an dessen Tür "Black Deals" steht. Am "Black Friday" locken viele Geschäfte mit großen Rabatten.
von Eva Hinterberger Kontakt Profil

Weiden/Amberg. Satte Rabatte auf Kleidung, Elektrowaren oder Spielsachen - dafür steht der "Black Friday" seit Jahrzehnten in den USA - und seit einigen Jahren auch in Deutschland. Online-Händler werfen mit Preisnachlässen nur so um sich. Mit Witt Weiden und Conrad Electronic sind auch zwei große Versandhändler aus der Oberpfalz dabei - und zwar nicht nur am Freitag, dem 23. November.

"Einen klassischen 'Black Friday' gibt es bei Witt Weiden nicht, sondern eine länger andauernde Aktion", erläutert Christina Tauber von Witt. Wie auch im vergangenen Jahr bietet Witt seinen Kunden über einen Zeitraum von zwei Wochen Rabatte in der "Black Sale Week" - im Onlineshop aber auch im Laden. Die Kunden hätten 2017 "äußerst positiv" auf die Aktion reagiert.

Schwarze Woche

Ähnlich sieht es beim Hirschauer Versandhändler Conrad Electronic aus. "Die 'Black Week'-Aktionen läuten für Conrad einen der wichtigsten Zeiträume des Jahres ein", sagt Conrad-Sprecherin Laura Iaccarino. "Die Kunden kaufen in dieser Zeit auch Weihnachtsgeschenke. Damit ist die 'Black Week' für Conrad ein guter Start in die Weihnachtssaison." Und da ist auch schon der Haken: Viele - vor allem kleinere Läden - sind auf genau dieses Weihnachtsgeschäft angewiesen. Starke Rabatte im November und Dezember könnten für sie Verluste bedeuten.

Witt und Conrad aber liegen mit ihrem mehrtägigen Aktionszeitraum im Trend. Auch große internationale Unternehmen setzen längst nicht mehr nur auf den "Black Friday". So gibt es bei Amazon ebenfalls seit einigen Jahren die "Cyber Week" die heuer mit dem "Cyber Monday" am 26. November abschließt. Dass jedes Unternehmen eine andere Bezeichnung für seine Rabattaktion hat, hat übrigens auch einen Grund. "Begriffe wie 'Black Friday' oder 'Cyber Monday' sind geschützt", erklärt Conrad-Sprecherin Iaccarino. Ebenfalls wieder mit Rabatten lockt Apple. Das Technologieunternehmen war es auch, das den "Black Friday" nach Deutschland gebracht hat - im Jahr 2006. Zuvor gab es die Rabattschlacht vor allem in den USA. Dort hat der "Black Friday" seit den 1960er Jahren Tradition. Er findet immer am Freitag nach dem vierten Donnerstag im November statt. Es ist der Tag nach Thanksgiving, den viele Amerikaner als Brückentag nutzen.

Auf die Frage, warum dieser Tag ausgerechnet "Black Friday" heißt, gibt es verschiedene Erklärungen. Zum einen: Weil die Menschen, die sich an diesem Tag in die Geschäfte begeben, von weiten aussehen wie eine schwarze Masse. Zum anderen: Wegen des hohen Umsatzes, können die Händler an diesem Tag angeblich schwarze Zahlen schreiben.

Nicht alles mitmachen

Tobias Sonna sieht den "Black Friday" eigentlich positiv. Eine offizielle Stellungnahme als Vorsitzender des Einzelhandelsverband Weiden kann er allerdings nicht abgeben. "Es gibt Kollegen, die aufspringen, und welche, die nicht mitmachen", erklärt er. Grundsätzlich hat Sonna aber das Gefühl, dass es in Weiden immer mehr werden, die genau im "Black Friday"-Zeitraum besondere Aktionen anbieten - "vor allem bei den Filialisten". Das lockt Kunden an: "Die Leute kommen und nutzen aus, dass es in einem bestimmten Zeitraum bestimmte Angebote gibt."

Ein Oberpfälzer Unternehmen, das rund um den 23. November keine speziellen Angebote plant, ist der Shop "Waschechter Bayer" aus Amberg. "Ich kann nicht jede Aktion mitmachen, die sich Massenmarkt oder Wirtschaft ausdenken", sagt Geschäftsführerin Anna Osterhage. 2017 habe sie eine "Black Friday"-Aktion angeboten, aber "das hat nicht wirklich was gebracht".

Die Kunden, die beim "Waschechten Bayer" einkaufen, kämen wegen der Produkte in den Laden oder Online-Shop und nicht wegen irgendwelcher Rabatte. Außerdem habe sich der "Waschechte Bayer" für seine Kunden sowieso etwas besonderes ausgedacht. "Zu jeder Bestellung gibt es - je nach Wert der Ware - eine Überraschung, immer nicht nur an einem besonderen Tag", sagt Osterhage. "Es ist doch viel schöner, wenn man überrascht wird."

Schnäppchenjäger und Smart-Shopper:

Nach einer Umfrage der zur Unternehmensberatung McKinsey gehörenden Analysefirma Persicope wollen in diesem Jahr drei Viertel der Bundesbürger am "Black Friday" auf die Suche nach Schnäppchen gehen. „Wir beobachten am ,Black Friday' zwei unterschiedliche Kundentypen. Es gibt die Schnäppchenjäger, die sich vom Angebot überraschen lassen und einen guten Deal suchen. Und es gibt die Smart-Shopper, die seit längerem einen bestimmten Einkauf planen und auf die Black-Friday-Woche warten, um das Gewünschte vielleicht günstiger einkaufen zu können“, weiß der Co-Chef des Online-Möbelhändlers Home24 Marc Appelhoff.

Wie sehr der Kunde allerdings wirklich von den Aktionstagen profitiert, ist umstritten. Das Vergleichsportal Idealo.de kam bei Stichproben zu dem Ergebnis, dass von 500 untersuchten Produkten am Black Friday 2017 tatsächlich immerhin 381 etwas weniger kosteten als noch im Vormonat. Große Preissprünge waren demnach aber eher die Ausnahmen. (dpa)

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