06.04.2020 - 17:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blaues Wunder am Himmel

Das Coronavirus beschäftigt uns alle: Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag – überall sind wir mit Einschränkungen oder Neuerungen konfrontiert. Hier erzählen die Redakteure von Oberpfalz-Medien von ihren Erfahrungen.

Reger Flugverkehr am Oberpfälzer Himmel. So sah es vor der Coronakrise aus. Derzeit trübt kaum ein Abgasstrahl den Blick in die Atmosphäre.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Da auch mein Oster-Reiseziel, obwohl nur im Bayerischen Wald, unerreichbar in die Ferne gerückt ist, habe ich mir ein Projekt für die Urlaubszeit vorgenommen: die Wiederbelebung meines alten Hobbys Astronomie. Auch um meine zwei Burschen zu begeistern. Nach ersten Beobachtungen mit Fernglas und Spektiv muss ich nun die übrige Ausrüstung auf Vordermann bringen. Dabei droht ein ungeschriebenes Gesetz zu greifen, das jeder Sterngucker in unseren Breitengraden schon leidlich erfahren hat: Je besser Du Dich auf eine Beobachtungsnacht vorbereitest, desto wahrscheinlicher macht Dir das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Beim prüfenden Blick in den Himmel bemerke ich aber, dass es selten so viele ungetrübte Tage mit blauem Himmel gab wie in diesen Wochen. Oft läuft es nämlich so: Der Morgen beginnt mit einem satten Blau, das kein einziges Wölkchen trübt. Dann ziehen hoch fliegende Jets ihre Bahnen und hinterlassen Kondensstreifen, die sich je nach Wetterlage nicht gleich auflösen, sondern sich verbreitern. Bis am Abend ein Schleier über dem gesamten Firmament liegt.

Die Zusammenhänge in der Atmosphäre sind wohl komplexer, aber für mich bleibt für die Krisenzeit stehen: keine Flieger, keine Wolken. Darauf baue ich, wenn ich mich unter anderem auf die Jagd nach Komet "Atlas" mache, der derzeit unterwegs ist. Ich darf mich nur nicht zu gut vorbereiten, sonst greift obiges Gesetz. Denn Wolkenarten gibt es genug, um mir auch ohne Flugverkehr den Abend zu versauen.

Info:

Reiner Zufall durch kräftige Hochs

Zu diesem Artikel gibt es einen kleinen Hinweis von Wetterexperte Andy Neumaier. Er erklärt, dass es zwar richtig ist, dass weniger Flugzeuge weniger Aerosole hinterlassen, an denen sich Eiskristalle ansetzen, die zu den mehr oder weniger langlebigen Kondensstreifen führen.

Allerdings, so der Wetterexperte, komme seit drei Wochen ein reiner Zufall hinzu: Extrem kräftige Hochs mit extrem trockener Luft - auf diese Weise finde in der Atmosphäre so oder so keine Wolkenbildung statt. Letzteres ist halt rein zufällig in die Corona-Zeit gefallen.

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