Weiden in der Oberpfalz
09.05.2026 - 10:36 Uhr

Blues, Groove und viel Spielfreude mit Chris B. auf der "Live Stage" im Weidener Parapluie

Mit Chris B. wurde der „Kulturbahnhof Parapluie“ am Freitagabend zur Bühne für einen facettenreichen Abend zwischen Blues, Jazz, Boogie Woogie und Soul.

Das Trio Chris B. auf der "Live Stage" im Kulturbahnhof. Bild: Kunz
Das Trio Chris B. auf der "Live Stage" im Kulturbahnhof.

Das Publikum erlebte ein Trio, das musikalische Erfahrung, Spielfreude und stilistische Offenheit überzeugend vereinte. Am Freitagabend wurde der „Kulturbahnhof Parapluie“ seinem Ruf als Ort lebendiger Konzertkultur erneut gerecht. Auf der „Live Stage“ gastierte Chris B. Mit dem Trio zog ein kraftvoller und zugleich geschmeidiger Sound durch den Saal, der schnell vom Zuhören zum Mittanzen animierte. Schon nach wenigen Stücken war spürbar: Hier stand keine Band auf der Bühne, die sich allein auf Routine verlässt. Hier spielten Musiker, die ihr Handwerk verstehen, einander Raum geben und aus jeder Nummer eine eigene Geschichte machen.

Hinter Chris B. steht der Sänger und Pianist Christian Jung. In der Bluesszene ist er seit Jahren bekannt. Als Begleitmusiker von Karen Carroll, Sydney Ellis, Jeanne Carroll und Debra Harris trat er auf Festivals in ganz Europa auf. In der Region kennt man ihn auch als Pianisten der „Alligators of Swing“, bei denen er seit vielen Jahren spielt. Diese musikalische Herkunft war im „Parapluie“ deutlich zu hören. Der Blues bildete das Fundament, doch die Stücke öffneten sich immer wieder in Richtung Swing, Jazz, Soul und Boogie-Woogie.

Gemeinsam mit Anselm Gayler am Schlagzeug und Udo Schwendler an Bass, Sousaphon und Saxofon bildete sich ein bemerkenswert geschlossenes Trio. Gayler setzte präzise Akzente und hielt den Rhythmus mit sicherem Gespür in Bewegung. Schwendler verlieh dem Klangbild mit sattem Bass und markanten Saxofonlinien zusätzliche Farbe. Im Zentrum stand jedoch Christian Jungs treibendes Klavierspiel, das durch eine Mischung aus Druck, Eleganz und Lockerheit den Abend prägte. Als langjähriger Pianist des Grand-Hotels Nürnberg und der Nürnberg-Messe konnte er sein Repertoire in der Vergangenheit erweitern.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich das bei eigenen Titeln wie „The Nectar from the Cotton Fields“, „Hey Girl“, „Blow Top Blues“ oder dem heimatverbundenen „The Southside of Fürth“. Die Stücke wirkten nie schematisch. Mal waren sie rau und direkt, dann wieder melodisch, fast schillernd, mit jazzigen Farben und viel Raum für spontane Nuancen. Immer wieder gelang es dem Trio, Stimmungen zu verdichten und zugleich Leichtigkeit zu bewahren. Das Publikum dankte es mit sichtbarer Aufmerksamkeit.

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