10.10.2019 - 10:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bollhagen-Ausstellung in Weiden bricht Rekorde

Der Nachlass von Hedwig Bollhagen zählt zu den kulturhistorisch kostbarsten Kunstwerken Deutschlands. Viele rare Stücke sind in Weiden zu sehen – jetzt länger als geplant. Denn die Ausstellung bricht Rekorde.

Geschirr, das Hedwig Bollhagen designt hat, ist der Hingucker im Internationalen Keramik-Museum.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

"Genial! Grandios!" Stefanie Dietz schwärmt in Superlativen, wenn sie vom derzeitigen Glanzstück im Internationalen Keramik-Museum spricht: die Sonderausstellung "Hedwig Bollhagen und die HB-Werkstätten". Die sollte eigentlich am 10. November enden. Über die Verlängerung "wegen der enormen Nachfrage" informiert jetzt die Bollhagen International GmbH: "Es handelt sich um die bisher größte Ausstellung in diesem Museum, die auch hinsichtlich der Vielzahl interessierter Besucher Maßstäbe setzt." Schluss ist erst im Januar 2020.

Museumsleiterin Dietz berichtet von mehr als 1000 Besuchern seit der Eröffnung Anfang Juli - "sensationell". Besonders viele kämen von weit her, um die bisher einmalige Retrospektive der berühmten Designerin in Weiden zu bestaunen. Und alle Altersgruppen seien vertreten. Die Sonderausstellung besteht aus rund 100 Exponaten - Unikaten, die nur teilweise in Serie gingen. Sie spannt sich "quer durchs Haus", ist thematisch verknüpft mit den Dauerausstellungen. Doch auch hier setzen die Bollhagen-Stücke besondere Akzente. Stefanie Dietz: "Ein Farbspektakel, dem sich keiner entziehen kann."

In Zusammenarbeit mit der Neuen Sammlung München haben die HB-Werkstätten die einzigartige Auswahl zusammengestellt. Die Exponate stammen aus dem "Dachboden-Archiv" der Designerin, zu dem außer ihr, dem Werkstattleiter und einem befreundeten Kunsthistoriker niemand Zutritt hatte. Neben Musterstücken, die verdeutlichen wie alt die Dekore zum Teil schon sind, werden auch Teile der aktuellen Kollektion gezeigt - Designklassiker im neuen und gewohnten Gewand.

Hedwig Bollhagen (1907-2001) gehört zu den bedeutendsten Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts. Zu Liebhaberstücken sind vor allem die Alltagsgeschirre mit ihren Linien, Punkten oder Kreisen avanciert. Seit 2015 ist der Nachlass Bollhagens Bestandteil der der offiziellen Liste der Nationalen Kulturgüter. Damit zählt er zu den kulturhistorisch kostbarsten Kunstwerken Deutschlands. "Die Ausstellung verdeutlicht, was für eine beeindruckende Vielzahl zeitloser Formen und Dekore Hedwig Bollhagen während ihres Lebens geschaffen hat", betont Alexander Grella, Inhaber der Hedwig-Bollhagen-Werkstätten für Keramik. Auch Stefanie Dietz rühmt die Zeitlosigkeit der Designs. Dass die noch immer gefragt sind, zeigt sich im Museumsshop: Für einen Preis ab 30 Euro können sich Besucher Bollhagen-Stücke sichern. Ein Angebot, das auch angenommen werde.

Das Internationale Keramik-Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet vier, ermäßigt drei bzw. zwei Euro, Kinder unter sechs Jahren sind frei.

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