18.06.2019 - 15:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Brautpaare sagen "Ja" zum Kultursaal

In der Schulgasse in Weiden parken am Samstag mehrere blumengeschmückte Autos. Im Halbstundentakt treffen Brautpaare mit Gästen ein und verschwinden im Kulturzentrum Hans Bauer. Dort wird an diesem Tag gleich fünf Mal "Ja" gesagt.

Hochzeitspaare müssen für ihre standesamtliche Trauung momentan ins Kulturzentrum Hans Bauer in der Schulgasse ausweichen. Am Alten Rathaus wird der Treppenaufgang saniert.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Für Standesamtsleiterin Simone Tarzia ist es „ein ganz normaler Samstag“. Für sie und ihre Kollegen herrsche jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Hoch-Zeit, wie sie auf Nachfrage mitteilt. „Die Samstage sind natürlich besonders beliebt. Da sind wir die nächsten Wochen ausgebucht.“ Damit habe sich auch der Kultursaal im Alten Schulhaus als Ausweichquartier für standesamtliche Trauungen als würdig erwiesen, freut sie sich.

Ursache für den Umzug sind die Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus, in Folge dessen auch die Außentreppe erneuert wird (wir berichteten). Kein Problem für das Standesamt, und wohl auch nicht für die Mehrheit der Heiratswilligen. Die kommen nicht nur aus Weiden, sondern aus dem ganzen Umland, weiß Tarzia. Die erste Trauung im Kultursaal fand im März statt. Seitdem haben sich 40 Paare dort das Ja-Wort gegeben, am vergangenen Samstag waren es fünf. Nur vereinzelt habe es im Vorfeld Rückzieher gegeben, nachdem feststand, dass heuer im Alten Rathaus nicht geheiratet werden kann. Wobei drei Hochzeitspaare Glück hatten, wie Tarzia sagt: Trotz Treppenrenovierung durften sie im Rathaus heiraten, da das Alte Schulhaus zu den Terminen bereits weit im Voraus anderweitig belegt war.

Die Leiterin des Standesamts findet die vorübergehende Lösung durchaus passend. „Das Ambiente des historischen Saals, die Bestuhlung und auch die Größe bilden einen idealen Rahmen.“ Viele würden den Saal gar nicht kennen und seien erstaunt, wie schön er ist. Vermissen würden manche Brautpaare nur das obligatorische Erinnerungsfoto auf der Außentreppe am Alten Rathaus. Doch auch die Schulgasse hat schöne Ecken, und so stellten sich die Hochzeitsgesellschaften am Samstag fürs Gruppenfoto kurzerhand am Rosenspalier beim Friseur gegenüber oder auf Höhe der Michaelskirche (in der übrigens am Samstag zeitgleich ebenfalls geheiratet wurde) auf. Voraussichtlich noch bis Ende August werden die Bauarbeiten am Alten Rathaus dauern, bestätigt die Presseabteilung der Stadt auf Anfrage. Simone Tarzia freut sich schon, wenn alles fertig ist. Das Alte Rathaus sei halt etwas Besonderes. „Das war schon immer unser Standesamt und wird es auch immer bleiben.“

Übrigens: Nach 209 Hochzeiten im Jahr 2017 gaben sich im vergangenen Jahr 239 Paare in der Max-Reger-Stadt das Ja-Wort. Vielleicht werden es 2019 sogar noch mehr.

Heiraten im Halbstundentakt: Am Samstag wurde es zeitweise eng in der Schulgasse.
Ein prächtig blühendes Rosenspalier ist Kulisse fürs Hochzeitsfoto.
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