11.09.2018 - 12:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Brexit, Trump und Prager Frühling

Der Freundeskreis Weiden der Evangelischen Akademie Tutzing hat für sein neues Herbstprogramm namhafte Vortragsredner gewinnen können.

Das Herbstprogramm des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Tutzing stellen (sitzend von links) Helmuth Hülsmann, Ehrenfried Lachmann, Gertraud Hülsmann und Uta Doenitz sowie (stehend von links) Fritz-Dieter Doenitz, Karin Holl und als VHS-Vertreter Harald Krämer vor.
von Siegfried BühnerProfil

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, für das Herbstprogramm renommierte Persönlichkeiten aus der Wissenschafts- und Medienwelt zu engagieren“, sagte Ehrenfried Lachmann, Sprecher des Freundeskreises. Gemeinsam mit dem Leitungsgremium stellte er das neue Herbstprogramm vor. Weil das Publikumsinteresse voraussichtlich sehr groß sein wird, wird das Herbstprogramm in Kooperation mit der Volkshochschule Weiden durchgeführt. Auch deren Förderverein unterstützt die Vortragsreihe.

Zum ersten Vortrag kommt Tim Weber aus London, langjähriger Leiter der Wirtschafts- und Technologieredaktion von BBC News online und jetziger Direktor der Kommunikations-und Medienagentur Edelmann UK. „Aktueller können wir nicht sein, denn die Entscheidungslage spitzt sich immer weiter zu“, sagte Lachmann. Der Vortrag trägt die Überschrift „Taking back control – Großbritanniens Brexit-Dilemma“ und findet am 1. Oktober, um 20 Uhr in der Aula der VHS statt. „Wir leben in bewegten Zeiten, die nächsten Jahre in Großbritannien werden hochinteressant“, beschreibt der Doktor der Philosophie selbst seinen Vortrag. Weber habe den Brexit schon seit zehn Jahren erwartet. Dessen Auswirkungen würden allmählich zum Dilemma.

Der zweite Vortrag am 22. Oktober, um 20 Uhr in der VHS-Aula, betrifft ein nicht weniger aktuelles Thema. Der Inhaber des Lehrstuhls für internationale Politik und transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg, Professor Stephan Bierling, spricht über „Donald Trump, Resumee nach zwei Jahren und Perspektiven für Europa“. Im Vortrag soll die Frage beantwortet werden, warum Trump einen für nahezu unmöglich gehaltenen Wahlsieg erringen konnte, wie er sein Amt seitdem führt und welche Folgen sich für die Weltpolitik ergeben. „Noch nie hatte ein Mann ohne jegliche politische oder militärische Erfahrung das Präsidentenamt erobert. Die bisher gültigen Maxime der US-Außenpolitik werden ignoriert oder als falsch einfach außer Kraft gesetzt“, heißt es in der schriftlichen Erläuterung des Vortrags.

Der dritte Vortrag betrifft ein Thema, das insbesondere im ehemaligen Grenzland nördliche Oberpfalz von besonderer Bedeutung sei, sagen die Veranstalter. Mit Professor Martin Schulze Wessel konnte einer der bekanntesten deutschen Historiker für einen Vortrag in Weiden gewonnen werden. Der Lehrstuhlinhaber für Geschichte Ost und Südeuropa an der Ludwig Maximilian Universität München, Institutsleiter des Collegium Carolinum und mehrfache Buchautor spricht am 26. November, um 20 Uhr in der VHS-Aula zum Thema „Der Prager Frühling – Aufstieg und Niederschlagung eines Reformprojekts“. Anlass für das Vortragsthema ist, dass vor genau 50 Jahren im Nachbarland sich demokratische Kräfte gegen ein autoritäres Gewaltsystem erhoben haben. Der Referent wird auf bisher unveröffentlichte Quellen eingehen und aufzeigen, wie der Aufstand hätte erfolgreich sein können.

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