Schulkinder haben zusammengerechnet etwa 15 Wochen Ferien, berufstätige Eltern jedoch nur zwischen 20 und 30 Tagen Urlaub im Jahr. Diese Diskrepanz stellt eine besondere Herausforderung dar. "Der Bedarf nach Unterstützung und Betreuung ist auch in den Ferienzeiten da", berichtete Weidens Gleichstellungsbeauftrage Susanne Reinhardt einem Pressegespräch im Neuen Rathaus. Sie machte den Wandel in der Gesellschaft mitverantwortlich. Omas und Opas stünden oft auch nicht mehr zur Verfügung. "Großeltern neigen heute dazu, noch immer arbeiten zu gehen."
Deshalb sei es schön, dass das Kinderbetreuungsprogramm im Raum Weiden und im Landkreis Neustadt immer noch funktioniere. "Selbst Corona hat es nicht zum Erliegen gebracht." Trotz Kontaktbeschränkungen und gelegentlicher Ausfälle hätten die Angebote im Großen und Ganzen weiterhin zur Unterstützung der Familien beigetragen. Um den berufstätigen Eltern Hilfestellung bei ihrem organisatorischen Spagat zu helfen, hat das Bündnis für Familie auch heuer wieder ihre Angebote und Aktionen in einem Flyer zusammengefasst. Er liefert einen detaillierten Überblick über das Betreuungsangebot in den kommenden Faschings-, Oster-, Pfingst- und Sommerferien.
Die Träger der Ferienbetreuung bieten auf dem Papier ein abwechslungsreiches Programm mit viel Bewegung, Bastel- und Spielmöglichkeiten für Kinder ab dem Grundschulalter an. Beteiligt sind die Arbeiterwohlfahrt Weiden, Imsalabim Weiden, Learningcampus, Ferienkids Moosbach, Xund ins Leben sowie die Ferienaktionen in Weiden und Neustadt. Federführend zuständig für die Koordinierung: Kreisjugendamt Neustadt und das Amt für soziale Dienste, Fachstelle Kindertagesbetreuung, bei der Stadt Weiden.
Das Bündnis will Müttern und Vätern beim ohnehin nicht immer einfachen Alltag unter die Arme greifen und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen. Denn die Entwicklung und Förderung eines kinder- und familienfreundlichen Umfeldes sei ein Anliegen des lokalen Bündnisses, hieß es. Natürlich könnten Eltern auch ein Angebot außerhalb ihres Wohnortes in Anspruch nehmen, beispielsweise im Ort ihrer Arbeitsstätte oder auf der Fahrstrecke zum Betrieb.
Imke Saße vom Imsalabimb in der Frauenrichter Straße bietet während der Oster- und Pfingstferien Betreuungskurse an. In den Sommerferien würden nur die ersten drei Wochen abgedeckt, erklärte sie. Sie lege sich auf spezielle Wochenthemen fest. Donnerstags unternehme sie dann jeweils Ausflüge mit den Kindern zu den Themen. Bei schlechtem Wetter würden die Kinder indoor mit Spielen beschäftigt. Bei gutem Wetter draußen auf den Spielplätzen. Sie habe viele Wiederholungstäter, "die das mögen. Die Kinder wachsen hier zusammen."
Die AWO sei ein alter Hase auf dem Gebiet der Kinderbetreuung. "Wir machen das schon seit über 60 Jahren, das gehört zur AWO, wie das Amen in der Kirche", sagte Vorsitzende Hilde Zebisch. Egal, ob bei der Feuerwehr oder beim Bäcker: "Wir haben immer tolle Programme." Auch Tagesfahrten. Ganz wichtig und immer dabei: "Das Schätzlerbad". Auch die AWO biete ihr Programm neben den Faschingsferien nur in den Oster- und Pfingstferien sowie in den ersten drei Wochen der großen Ferien an. "Von 8 bis 16 Uhr. Sogar mit Essen." Wie in allen anderen Fällen auch: Gegen eine geringe Gebühr.
Während Saße in der Regel nur 15 Kinder pro Gruppe aufnimmt - "keinesfalls mehr als 20" - bietet die AWO den Eltern von 25 Kindern Gelegenheit zur Ferienbetreuung. "Bei uns haben Kinder von Alleinerziehenden Vorrang bei der Auswahl", erklärte Zebisch. "Wir haben auch Alleinerziehende, die ihre Kinder im Hort bei uns haben. Die kommen sowieso zuerst zum Zug." Dieser Personenkreis sei ihr ein ganz besonderes Anliegen. "Tageweise nehmen wir kein Kind auf. Wir betreuen nur ein, zwei oder drei Wochen."
Die Träger der Ferienbetreuung:
- Arbeiterwohlfahrt
- Imsalabim Weiden
- Learningcampus
- Ferienkids Moosbach
- Xund ins Leben














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