08.05.2020 - 16:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bürgerinitiative startet "digitales Ramadama"

Plastikmüll, Glasscherben und anderer Müll, der aus den Taschen fällt, verschandelt das Landschaftsbild in Weiden. Dagegen macht sich jetzt eine Bürgerinitiative stark und ruft zu einer gemeinsamen Ramadama-Aktion auf.

Anett Hartenstein, Laura Weber und Sarah Bauer (von links) eröffnen am Freitagnachmittag In der Weiding die Müllsammelaktion in Weiden.
von Helmut KunzProfil

50 Mitsammler werden im Laufe der nächsten Woche erwartet. Grünen-Stadträtin Laura Weber sowie Anett Hartenstein und Sarah Bauer, die beide im Sommer einen Unverpackt-Laden eröffnen wollen, machten am Freitagnachmittag In der Weiding den Anfang.

Mitmachen könne dabei jeder, erklärte Sarah Bauer. Ob spazierend, wandernd, joggend, mit Lastenfahrrad oder anders. Sinnvoll sei es, Kinder oder weitere Personen aus dem Haushalt mitzunehmen, um die Sensibilität für die Natur und den Umgang mit Müll zu erhöhen. Jeder könne starten und ausgestattet mit einem Müllsack Weiden müllfrei machen.

Die Aktion dauere noch bis zum 14. Mai. Zu einer digitalen Großveranstaltung werde das Ramadama durch die Vernetzung. Nach dem Müllsammeln könne jeder von sich und dem gefüllten Müllsack ein Bild machen und das in einer Instagram-Story mit dem Hashtag #wirmachenweidenmüllfrei und der Erwähnung @nackter_frosch oder per Mail an weiden[at]unverpackt[dot]com teilen.

Die Entsorgung des Mülls laufe über die Wertstoffhöfe Weiden West oder Ost kostenfrei. Das habe Oberbürgermeister Jens Meyer zugesagt. Das Ziel der Aktion: Kein Stückchen Müll mehr in und um Weiden auf dem Boden. Bauer und Hartenstein wollen mit der Eröffnung ihres Ladens den Start einer Konsumwende einläuten. Unverpackt sollte wieder Normalität werden.

Zudem werde ihr Laden biozertifiziert sein und so viel wie möglich direkt aus der Region anbieten. Die Wiederverwendungsquote von Kunststoffabfällen liege niedriger als 20 Prozent. Deswegen sei es an der Zeit, weniger Müll zu erzeugen. Problematisch sei es, wenn Kunststoffe in die Umwelt eingetragen würden. Der Unverpackt-Verband habe deswegen die Verpackungsversion 2025.

„Wir wollen die gesamte Wertschöpfungskette konsequent nachhaltig behandeln“, verspricht Bauer. „Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber gemeinsam mit Lieferanten und einer Universität konnten bereits entscheidende Konzepte etabliert werden.“

Um ihren Laden in Weiden eröffnen zu können, haben die beiden ein Crowdfunding gestartet. Das Erreichen des Fundingziels sei Voraussetzung für die Eröffnung. Im Rahmen des Crowdfundings könnten Unterstützer ihren Einkauf im Voraus bezahlen, indem sie Einkaufsgutscheine kauften, eine freie Unterstützung gäben oder einen Betrag und dafür ein Geschenk, zum Beispiel ein Starterset, wählten. 200 Bürger hätten bereits zugeschlagen. „Es sind aber noch etwa 300 Unterstützer nötig.“

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