20.07.2020 - 17:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bürokratische Hürden vor dem Brunnenbau

Für viele Hobbygärtner scheint ein eigener Brunnen im Garten eine lohnenswerte Anschaffung. Doch ganz so einfach ist das nicht. Wer einen Brunnen bauen möchte, muss einige bürokratische Hürden nehmen.

Für viele Hobbygärtner ist ein eigener Brunnen im Garten ein erstrebenswertes Ziel. Doch vor dem Bau sind einige bürokratische Hürden zu nehmen.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Für Hobbygärtner liegt der Vorteil klar auf der Hand. Mit Wasser aus dem eigenen Brunnen können Pflanzen im Garten nach Herzenslust gegossen werden, ohne an die Wasserrechnung zu denken. Doch nicht immer lohnt es sich, das Projekt umzusetzen. Wer einen Brunnen bauen möchte, muss genau planen und bereit sein, einige bürokratische Hürden zu nehmen.

Generell muss ein Brunnen für den privaten Bereich nicht genehmigt, sondern nur angezeigt werden. Dieser Vorgang unterliegt jedoch dem Bayerischen Wassergesetz. Bewohner der Stadt Weiden wenden sich an die Verwaltung im Rathaus, für Landkreisbewohner ist das Landratsamt der richtige Ansprechpartner. Beide Behörden arbeiten eng mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammen.

Noch vor 20 Jahren waren die Vorgaben für den privaten Brunnenbau weniger streng. Mittlerweile wird genau geprüft, ob der Grundwasserspiegel ausreicht oder nicht. "Im Hinblick auf den Klimawandel und einer damit verbundenen deutlich erniedrigten Grundwasserneubildungsrate sind Grundwasserentnahmen deshalb als kritisch zu bewerten", informiert das Landratsamt auf Anfrage. "Die Erlaubnis kann versagt werden, wenn die Entnahmemenge das hiesige Dargebot des Grundwassers überschreitet", gibt die Stadt Weiden bekannt.

Das Landratsamt lehnt das Gesuch nach Wasser zu bohren zunächst einmal ab und fordert den potentiellen Brunnenbauer auf, andere Möglichkeiten zu prüfen. Dazu gehören das Regenwasser in Zisternen oder anderen Behältern aufzufangen, Wasser aus oberirdischen Gewässern, zum Beispiel einem Bach, zu entnehmen oder die Möglichkeit, Uferfiltrat aufzufangen. Als Uferfiltrat wird Wasser bezeichnet, das aus Brunnen in unmittelbarer Nähe von Flüssen oder Seen gewonnen wird. Auch in der Stadt Weiden müssen "im Vorfeld geeignete Alternativen" geprüft werden.

Kann dann plausibel begründet werden, warum die Alternativen nicht möglich sind, wird der Bohrung in den aller meisten Fällen zugestimmt. Die Behörden legen den Brunnenbauern außerdem ans Herz, zunächst einmal den tatsächlich erforderlichen Jahresbedarf an Gießwasser mit Hilfe eines Gartenwasserzählers zu bestimmen. "Vielen ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Brunnenherstellung nicht bewusst", teilt das Landratsamt weiter mit. Denn es kann durchaus sein, dass sich der Bau eines Brunnens nicht rechnet.

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Verschiedene Möglichkeiten einen Brunnen zu bauen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Brunnen zu bauen. Bei einer Variante grabt man solange mit einem Bagger oder mit der Schaufel ein Loch, bis man auf Grundwasser stößt. Die Seitenwände sollten aber mit Betonringen abgestützt werden. Eine weitere Methode ist es, einen Schacht mit einem Erdbohrer zu graben, bis die Wasserader erreicht ist. Möglich ist es auch, den Brunnen zu schlagen. Hier wird ein spitzes Rohr in den Boden gerammt, bis es auf Wasser stößt. Viele Grundstücksbesitzer beauftragen jedoch vor der Bohrung einen Wünschelrutengänger, der ausloten soll, ob es sich lohnt, nach Wasser zu suchen.

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