(wd) Der Bus wird dann nämlich nicht mehr in eine Bus-Bucht einfahren, sondern - wie im Hetzenrichter Weg - an einem Bus-Kap andocken und dabei auf der Straße anhalten, bestätigt Stadtlinienbetreiber Wolfgang Wies. Er zeigt sich enttäuscht, dass in der Mooslohstraße befürchtet werde, der stehende Bus halte den Verkehr auf und provoziere Staus. Als Negativ-Beispiel nennen Bürger die Haltestelle vor der Fachoberschule. "Nicht meine Erfindung. Die hat der Verkehrsplaner entworfen. Aber die Erfahrungen sind für uns überaus positiv."
Schneller Fahrgastwechsel
Das Ein- und Aussteigen von bis zu 100 Schülern bei den großen Bussen habe sich dort bewährt. "Das geht alles ratzfatz." Und da die Autos hinter den Bussen warten müssten, sei die Gefahr, dass Kinder von überholenden Autos angefahren werden, deutlich geringer. "Es kommt vor, dass Verkehrsrowdys, die hinten warten müssten, mit aufheulendem Motor losbreschen und hupend auf der Gegenfahrbahn versuchen zu überholen. Unverantwortlich, verkehrswidrig. Noch ist nichts passiert."Wies versucht, die Befürchtungen zur neuen Haltestelle in der Mooslohstraße zu entkräften. "Wir haben fünf Kilometer, elf Haltestellen und vier Ampel auf unserer Linie 2. Da bleiben für das normale Umsteigen, für den Fahrgastwechsel, etwa zwölf Sekunden. In 15 Sekunden ist der Bus wieder weg." Das sei deutlich kürzer als jede Ampelphase. "Wir haben also gar keine Zeit, um einen Stau auszulösen. Besteht kein Bedarf, halten wir ja auch nicht an jeder Bus-Bucht." Für mehr Probleme für den Verkehrsfluss sorgen schon eher die Autos selbst sowie die Straßensperren und Umleitungen wegen der Kanalbauarbeiten in Weiden.
150 Haltestellen umbauen
Gehe es nach den Vorstellungen der Staatsregierung, werde der ÖPNV noch jede Menge Baustellen verursachen, blickt Wies in die Zukunft. Für die Aktion "Bayern barrierefrei 2023" des Innen- und Bauministeriums müssten die Haltestellen barrierefrei umgebaut werden. Vorbild dafür seien die Haltestellen-Kaps, eben wie im Hetzenrichter Weg, nun in der Mooslohstraße, oder auch - und das seit Jahren ohne Klagen - stadtauswärts am Stadtfriedhof (im Bild). Ohne Hilfe, ohne Rampe können von dort Rollstuhlfahrer in den Bus gelangen.Bei dieser Umbauoffensive kämen auf die Stadt große Investitionen zu: Die sieben Linien des Stadtverkehrs fahren 178 Haltestellen an. Etwa 150 davon seien für je 30 000 bis 50 000 Euro anzupassen. "Das sind über 6 Millionen, die bis zum Jahr 2022 anfallen." Der Umbau der Bus-Buchten zu Bus-Kaps habe den Vorteil, dass wesentlich weniger Fläche benötigt werde. Bei einer Bus-Bucht würden gut 30 Meter gebraucht. Beim Bus-Kap genügten 10 Meter, so dass davor und dahinter "richtige Parkplätze" ausgewiesen werden könnten.
Abschließend bedauert Wies, dass bei vielen Bürgern der ÖPNV noch nicht verankert sei. "Probiert den Stadtbus und seht, wie schnell und gut er ist", so sein Appell.













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