27.06.2018 - 20:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Busfahren für einen Euro

Die Ampeln für einen attraktiveren ÖPNV stehen auf Grün. An den Wochenenden vor Weihnachten soll das Busfahren günstiger werden und auch für neue Techniken werden die Türen geöffnet. Doch der Stadtrat verfolgt noch ganz andere Ziele.

Für einen Euro Busfahren: An den Adventssamstagen soll das möglich sein.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

(vok) Hans Blum zeigt sich begeistert. Der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende spricht am Dienstag im Stadtrat von einer modernen Einführung, mit der das Busfahren in Weiden noch attraktiver werde. Für die SPD fährt Sema Tasali-Stoll auf der selben Linie, lobt die CSU für ihren Antrag fast überschwänglich. Und die Stadträte stellen sich ohne Ausnahme hinter die Idee. Und so wird noch in diesem Jahr in den Stadt-Bussen WLAN angeboten. Die Einrichtung kostet der Stadt nichts, weil die notwendigen 25 000 Euro durch ein Programm des bayerischen Finanzministeriums aufgefangen werden. Für den laufenden Betrieb fallen dann noch pro Monat 500 Euro an.

Einstimmig segneten die Stadträte auch den CSU-Antrag ab, sowohl am Kathrein-Sonntag als auch an den vier Adventssamstagen nur einen Euro pro Busfahrt zu verlangen. Mehr solcher Aktionstage seien für die Regierung nicht akzeptabel, teilte Rechtsdezernent Hermann Hubmann mit. Ansonsten würden Fahrgäste mit Zeitfahrausweisen überdurchschnittlich benachteiligt.

Ohne App bist a Depp.

OB Kurt Seggewiß

In ihren Diskussionsbeiträgen nannten die Stadträte allerdings schon deutlich weitergehende Ziele. Sowohl die Fraktionsvorsitzenden Roland Richter (SPD) und Wolfgang Pausch (CSU) als auch dessen "Vize" Hans Blum bezeichneten einen kostenfreien ÖPNV bayernweit als bestmögliche Lösung. "Das ist eine staatliche Aufgabe." Pausch will seine Kollegen schon mal zu "einer Runde mit dem Bus einladen". Blum reicht eine Sondersitzung des Hauptverwaltungsausschusses zu den Themen ÖPNV und Verkehr. "Wir müssen weg von der Auto-Stadt Weiden", sagte auch OB Kurt Seggewiß. Dazu müssten die politischen Entscheidungsträger beim Wort genommen werden, forderte Blum.

Noch zwei Jahre warten muss die Einführung einer eigenen Stadt-Bus-App. Sie wird im Jahr 2020 interessant, wenn die Firma Wies auf ein neues rechnergesteuertes Betriebs-Leitsystem umstellt. Dann steht nicht nur der Fahrplan im Netz. Es können auch die Echtzeiten dargestellt werden, etwa unter Berücksichtigung eventueller Verspätungen. Kommentar von Seggewiß: "Ohne App bist a Depp." Angemerkt

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