21.07.2019 - 19:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Chorfest des Fränkischen Sängerbundes in Weiden: Sänger bewegen die Stadt

"Singen macht Mut", tönt es aus Hunderten Kehlen vom Oberen Markt. Es ist das Finale beim Chorfest des fränkischen Sängerbundes. 2500 Sänger sind in der Stadt und zeigen, was Musik bewirken kann.

von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Der Ausdruck Fränkischer Sängerbund ist etwas irrtümlich, denn viele Chöre der Nordoberpfalz gehören auch dazu. Alle zwei Jahre veranstaltet der Verband ein großes Chorfest, diesmal in Weiden. 80 Chöre, machen mit, etwa die Hälfte davon aus der Nordoberpfalz.

Zwei Jahre zuvor war Coburg dran. Doch selbst die Coburger Jennifer und Carsten Engelhardt vom Chor "Feinklang" finden Weiden schöner. "Bei uns war es einfach zu heiß", erinnern sie sich.

Das konnte man in Weiden nicht behaupten. Vielmehr unterbrach ein Schauer die Veranstaltung, doch danach brach die Sonne durch. Der Lieblingschor des Coburger Besuchs: "All Generations", ein gemischter Chor mit jungen und älteren Sängern aus Floß. Zufällig sahen sie den Auftritt in der St. Michaelskirche. "Die Solistin und der Saxofonist waren einmalig", schwärmte Carsten Engelhardt. "Und die Weidener Chorwürmer waren auch super. Wie die Leiterin die im Griff hatte, super", sagte Jennifer Engelhardt. Die Leiterin der Chorwürmer, Elvira Kuhl, dirigierte auch die "Kuhlkids" in der Max-Reger-Halle, deren Auftritt vom BR mitgeschnitten wurde. Die Mädchen sangen nicht nur richtig gut, sondern lieferten barfuß und in Glitzerkleidern eine spannende Performance ab, und schafften es sogar, klassische Lieder wie die "Vogelhochzeit" modern klingen zu lassen. Der Nachwuchs ist also sehr gut aufgestellt.

Doch auch die "alten Hasen" sind dabei. So zumindest bezeichnete Leiterin "Ramona Fink" ihren Chor "Hope and Joy". "Wir haben ja schon Fernsehauftritte mitgemacht." Die Gospelgruppe sang am Unteren Markt, das erste Lied mit Musikbegleitung. "A capella wäre mir lieber gewesen", kommentierte darauf ein älterer Mann mit Anzug und weißem Sonnenhut. Er ist Mitglieder des Männergesangsvereins Oberhaid (Landkreis Bamberg) und findet Weiden "toll, toll, toll". Die auffällige Kopfbedeckung tragen die Chormitglieder, so erklärte er, um vom Gesang abzulenken.

Der Mega-Chor im Video

Andächtig wird es dann in den Kirchen, etwa beim Auftritt des Frauenchores des Fränkischen Sängerbundes. Frauen aus Franken, aber diesmal auch aus Weiden, sangen mit. Eigentlich sollten sie in der Josefskirche singen, doch da überraschend viele Taufen dort stattfanden, mussten die Auftritte kurzfristig verlegt werden, erklärte Leiterin Sabine Hickmann. Das zweitägige Programm des Chorfests organisierte zusammen mit etwa 40 Helfern Kerstin Homberg, Vizepräsidentin des Fränkischen Sängerbundes, die in Etzenricht wohnt. "Weiden eignet sich super für das Event, weil die Spielstätten zentral sind", zog sie Bilanz.

Das große Finale war dann am Oberen Markt auf der Hauptbühne. Dort sang der Weidener Kammerchor erst eine Uraufführung der Oberpfalz-Hymne, komponiert von Maximilian Köpl aus Ursensollen bei Amberg. Dann stimmen alle Chöre und die Besucher drei Lieder gemeinsam an. Gerald Fink, künstlerischer Leiter des "Chorzentrums Franken" im Benediktinerkloster Weißenohe, dirigierte. Sein Lachen dabei zeigte, wie erhebend der Augenblick für alle war.

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