17.03.2020 - 13:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Commerzbank Weiden: Erfolgsmeldungen durch Risiken getrübt

Eigentlich hätte das vergangene Jahr für die Commerzbank Weiden kaum besser verlaufen können. Doch die Freude darüber wird durch weltwirtschaftliche Risiken und Coronakrise getrübt.

Commerzbank-Niederlassungsleiter Weiden Sebastian Hackl (rechts) Niederlassungsleiter Firmenkunden Horst Schmidt freuen sich über gute Geschäftszahlen, sehen aber auch aktuelle Risiken
von Siegfried BühnerProfil

„Unser Wachstum funktioniert“, sagte Sebastian Hackl, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Weiden bei der Bilanzpressekonferenz für das vergangene Jahr. Die vorgelegte Geschäftsstatistik weist durchgehend deutliche Plus-Werte auf.

So ist zum Beispiel im Bereich Privat- und Unternehmerkunden der Niederlassung Weiden im vergangenen Jahr das Geschäftsvolumen um 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro angewachsen. Mehr als 1200 neue Kunden konnten hinzugewonnen werden. „Wichtiger Erfolgsfaktor war auch 2019 das kostenlose Girokonto. Dieses werden wir weiter anbieten – sehr zum Ärger mancher Mitbewerber“, freute sich Hackl. Im Baufinanzierungsbereich wurden von der Commerzbank Weiden im vergangenen Jahr neue Kredite in Höhe von 100 Millionen Euro ausgereicht. Hackl versicherte auch: „Wir wollen eine Geschäftsbank mit regionaler und lokaler Ausrichtung bleiben.“ Im Regelfall solle der Kunde trotz zunehmender Online-Nutzung nicht länger als 30 Minuten Anfahrtszeit zur Filiale haben.

Über Erfolgsmeldungen im Bereich Weiden berichtete auch der für große Unternehmerkunden mit mehr als 15 Millionen Umsatz zuständige Niederlassungsleiter Firmenkunden Horst Schmidt aus Regensburg. Von den 49 neuen „Großkunden“ des Gesamtbereichs Regensburg entfallen 25 auf den Niederlassungsbereich Weiden. Fast 1300 dieser Kunden werden insgesamt von den Beratern der Commerzbank im Gesamtbereich Regensburg jetzt betreut. Das Kreditvolumen sei in seinem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 1,8 Milliarden Euro angewachsen.

Sehr positiv hat sich auf das Geschäftsvolumen laut Schmidt sich auch ausgewirkt, dass die Unternehmen in Anbetracht der niedrigen Zinsen „Liquidität im Unternehmen belassen“. Zusammenfassend stellte er fest: „Wir haben unsere Position als größter Finanzier des Mittelstandes erneut bestätigt.“ Die Commerzbank sei eben wegen ihrer Größe der richtige Partner für diese Betriebe. So würde deutschlandweit von der Commerzbank rund 30 Prozent des gesamten Außenhandels abgewickelt. Alle diese Erfolgsmeldungen würden grundsätzlich sehr gut zu dem im Februar gefeierten 150. Geburtstag der Commerzbank in Deutschland passen, stellten Hackl und Schmidt übereinstimmend fest. Leider müssten sie aber feststellen: „Mit steigender Tendenz trübt sich die Situation in den letzten Wochen bei den Betrieben ein.“

Risiken sehen die Banker nicht nur in dem sich ausbreitenden Coronavirus und den dadurch eintretenden vielfältigen Nachteilen für die Betriebe. „Panikverhalten hilft nicht“, sagte Hackl. Auch habe der Ölpreisverfall massive Auswirkungen auf die Nachfrage aus den USA, weil die dortige Wirtschaft hohe Summen in das Fracking investiert habe und diese Investitionen bei einem Ölpreis unterhalb von 50 bis 60 Dollar je Barrel zu hohen Verlusten führen. Auch die internationalen Handelsbeschränkungen einschließlich der Zusatzzölle wurden zu den Risiken gezählt. Vor großen Herausforderungen stehe auch die Industrie in der Region, die sehr stark auf Automobilzulieferung und Maschinenbau ausgerichtet ist. Hoher Investitionsbedarf in Umstrukturierung wegen Elektromobilität, Klimawandel und Informationstechnologie erhöhen die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Daneben steht der Fachkräftemangel, der auch für die Commerzbank selbst gelte. „Wir suchen händeringend Nachwuchskräfte“, sagte Hackl. Außerdem sollen bundesweit zusätzlich 150 zusätzliche Berater eingestellt werden. Das Bankgeschäft selbst werde zwar immer mehr durch Internet und Smartphone geprägt, aber „hochwertige Beratung ist nicht zu ersetzen“. Trotz aller konjunkturellen Einschränkungen rechnen die Commerzbank-Experten im zweiten Halbjahr mit einer konjunkturellen Erholung.

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