21.04.2020 - 17:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Corona-Situation in den Kliniken stabil - gewappnet für Anstieg der Fallzahlen

Wann ist die Spitze der Corona-Pandemie erreicht? Elisabeth Eißner, Ärztliche Direktorin, erläutert, warum Experten bei diesem Virus kaum Prognosen treffen können.

Dr. Elisabeth Eißner ist Ärztliche Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Dr. Elisabeth Eißner über die aktuelle Situation

Die Corona-Situation in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz ist weiterhin stabil. "Wir sind unverändert und jederzeit für einen stärkeren Anstieg von Coronafällen an allen Standorten - mit Intensivkapazitäten in Tirschenreuth und Weiden - gewappnet. Wir hoffen aber, dass dieser Fall nicht eintritt", sagt Dr. Elisabeth Eißner. Die Ärztliche Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG ist für die Standorte Tirschenreuth, Kemnath und Erbendorf zuständig, ihr Kollege Professor Christian Paetzel für das Klinikum Weiden und Vohenstrauß.

Wichtig sei die "Corona-Logistik" mit den Häusern in Kemnath, Erbendorf und Vohenstrauß. Aber wird dadurch der Virus verteilt? Dem sei nach allen aktuellen Erkenntnissen nicht so, erklärt Eißner. Vielmehr erfolge so eine sinnvolle medizinische Zuordnung der Patienten an den Standorten. Die Koordination und Organisation der Verlegung von Patienten liege "in der Hand der erfahrenen Kollegen des Bettenmanagements, des Standortes Erbendorf sowie auch der Corona-Koordinierungsgruppe und wird fachlich eng begleitet durch unseren Infektiologen und die Hygiene", erläutert die Ärztin. Diese Maßnahme ergebe sich aus Bestimmungen des Staatsministeriums. Sie besagen, dass Patienten nur dann in Pflegeheime zurückverlegt werden dürfen, wenn dort Quarantäne möglich ist. "Wir sind in der guten Situation, dass wir in Erbendorf die Möglichkeit zur Kurzzeit-Pflege mit erweiterter Behandlung haben." Eißner dankt an dieser Stelle allen, die mit hohem Einsatz dem Virus trotzen.

Wann das Plateau der Corona-Pandemie erreicht sei, könne Eißner im Moment noch nicht sagen. Virale Erkrankungen zeichnen sich durch einen längeren und individuellen Krankheitsverlauf aus. Daher lasse sich auch nur schwer vorhersagen, ob der Verlauf bei einem Patienten milde oder schwer sein wird.

"Somit ist die Zahl der Todesfälle mit einem zeitlichen Verzug von mindestens zwei bis drei Wochen noch ansteigend, wenn schon die Zahl der Neuinfizierten sinkt", erläutert die Medizinerin. Bei Corona lasse sich dies noch schwerer prognostizieren, es handele sich um ein "sehr multifaktorielles medizinisches wie soziales Geschehen".

Daher könne Eißner auch die Gründe für die großen regionalen Unterschiede bei den Fallzahlen noch nicht nennen. Im Kreis Tirschenreuth führen Wissenschaftler eine Studie durch, um zu erforschen, warum dort ein größerer Anteil der Infizierten stirbt als zum Beispiel im Kreis Regensburg.

Die Kliniken Nordoberpfalz AG sind auf eine steigende Anzahl von Corona-Patienten vorbereitet, weiß Dr. Elisabeth Eißner, Ärztliche Direktorin.
Info:

Weiterhin vorsichtig sein

„Ich bin ein Verfechter der Nutzung eines textilen Mundschutzes im öffentlichen Raum“, sagt Elisabeth Eißner. „Hier sind wir im positiven Sinne ein Hotspot, denn viele haben die Fähigkeiten des Nähens und produzieren Masken in bunter Vielfalt und großer Zahl“, freut sich die Ärztliche Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG. Sie warnt jedoch davor, nachlässig mit anderen Vorkehrungen zu sein. Die Menschen müssen weiterhin Abstand wahren, sich häufig die Hände waschen und zu Hause bleiben, wenn folgende Symptome auftreten: Schnupfen, trockener Husten, Geschmacksverlust, Fieber, Gliederschmerzen – manchmal auch nur als einzelne Symptome. In diesem Fall sollen sich Betroffene an ihren Hausarzt oder den kassenärztlichen Notdienst wenden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.