(wd) Es brodelt schon länger im Eckgebäude Sonnen-/Erhardstraße. Albert Rupprecht, der oft und gerne die Unterstützung der Weidener in Anspruch nimmt, überraschte schon vor Weihnachten die Freunde in der Zentrale mit der Kündigung des Mietvertrages für sein Abgeordnetenbüro. Für seine Mitarbeiterin in Weiden wurde ein "Home-Office" in Pleystein eingerichtet. Wer den Abgeordneten über die Weidener Telefonnummer anwählt, landet im Zottbachhaus oder aber im Berliner Büro, wo Rupprecht unter der Adresse "Platz der Republik 1" vier Mitarbeiter beschäftigt. Versuche, ihn mit dem Büro in die CSU-Repräsentanz zurückzuholen, scheiterten.
Zerbricht die Zentrale?
Walter Leupold fürchtet, dass die CSU-Bürogemeinschaft weiter zerbricht, da Rupprecht als Vorsitzender des Bundeswahlkreises Hauptmieter dieses Gebäudeteiles ist und als Abgeordneter quasi bei sich selbst gekündigt hat. Er müsste nun die Räume der bisherigen "Untermieterin Petra Dettenhöfer" an deren Nachfolger Landtagsabgeordneten Stephan Oetzinger weitervermieten. Allerdings steht noch das Angebot aus.
Bisher versuchten die CSU-Granden, die Probleme intern zu lösen. Leupold riss nach einem ergebnislosen Gespräch mit Rupprecht der Geduldsfaden: Beim Kirwa-Essen der CSU am Montagabend betonte er, er habe für das Verhalten des Bundestagsabgeordneten, der mit seinem Büro "eigene Wege gehen" wolle, keinerlei Verständnis. "Freund, so nicht." Rupprecht, sei dabei, eine bewährte Einrichtung zu zerschlagen. Die Weidener CSU akzeptiere, dass die beiden großen Mandate in der Hand von Landkreisbürgern lägen. Aber Weiden sei das Oberzentrum. "Hierher gehören deshalb die Büros als Anlaufstellen für die Bürger. Das hat jeder anzuerkennen. Ich erwarte Solidarität und Vernunft."
Neuer Standort in Weiden
In der Zentrale laufen alle Fäden zusammen. Hier sind Fraktion und Kreisverband (im Flügel an der Sonnenstraße), die Büros der Land- und Bundestagsabgeordneten sowie des Bundeswahlkreises in der Erhardstraße angesiedelt. Die Kosten für die Büroausstattung werden "spitz" abgerechnet. Jeder kann dadurch sparen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien versichert Albert Rupprecht, dass er an dieser "Zentrale" nichts ändern wolle. Es gebe jedoch den einstimmigen Beschluss der Bundeswahlkreiskonferenz zu prüfen, ob die Räumlichkeiten geeignet seien. "Wir müssen eventuell nach einem neuen Standort suchen." Eindeutig dazu sei auch der Beschluss des Bundeswahlkreises, dass diese neue Zentrale in Weiden sein solle. Rupprecht: "Leupold ist weder Kreisvorsitzender noch Mitglied der Bundeswahlkreiskonferenz. Seine Ängste sind aber unbegründet."
Rupprecht betont, relativ selten im Weidener Abgeordnetenbüro zu sein. "Ich habe dort noch das Büro des Bundeswahlkreises. Vor allem aber fahre ich raus zu den Leuten, höre mich vor Ort um und versuche, die Probleme zu lösen."













Er ist der Chef
Die Wahlkämpfe sind vorüber. Die Weidener CSU hat sich für die Kandidaten aus dem Landkreis schwer ins Zeug gelegt. Aber wohl weder Bundestagsvertreter Rupprecht noch Landtagsabgeordneter Oetzinger sind künftig in der Parteizentrale in der Scheibe mit Büros vertreten. CSU-Ehrenkreisvorsitzender Walter Leupold reagiert gewohnt pointiert und heftig. Ebenso klar ist Rupprechts Antwort, der seit 14 Jahren den Bundeswahlkreis führt: „Ich bin der Chef.“ Ihm sind an der Erhardstraße die Kosten zu hoch. Er stellt die Räumlichkeiten, nicht den Standort Weiden in Frage. Doch sein „Weidener Abgeordnetenbüro“ zog ins Zottbachhaus um. Immerhin eine überaus prominente CSU-Adresse.
Josef Johann Wieder