Während die Freude vor allem im Westen Tschechiens auch drei Tage nach der Nachricht von der Großinvestition von Daimler-Truck in Cheb (Eger) groß ist, fällt die Reaktion auf Oberpfälzer Seite gemischt aus. Außer Frage steht für den Vorsitzenden des IHK-Gremiums Nordoberpfalz, Bernd Fürbringer, dass die Nachricht aus Cheb ebenso für die Region diesseits der Grenze eine positive ist.
„Die geplante Ansiedlung der Daimler-Truck in Eger/Cheb ist eine sehr gute Nachricht und ein Wachstumsimpuls für die Wirtschaftsregion beiderseits der Grenze.“ Die Investition werde auch auf deutscher Seite neue Möglichkeiten für Unternehmen, etwa im Zulieferbereich, bieten. Für den Gesellschafter des Waldsassener Bauunternehmens Kassecker ist aber auch klar, dass die Nordoberpfalz „ihre Hausaufgaben erledigen“ müsse, um die Chancen zu nutzen, die die Investition des Lkw-Herstellers in Cheb bedeute.
Der Unternehmer Fürbringer nennt den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und ausdrücklich die „Ortsumgehung Waldsassen“. Dazu müsse die Region in der Lage sein, „den weiteren Bedarfen von Unternehmen entgegenzukommen“. Wie Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer denkt Fürbringer dabei besonders an die „Entwicklung von Gewerbeflächen“, und er verweist auf die Flächenpotenzialanalyse, die die beiden Nordoberpfälzer Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden 2025 vorgelegt haben.
Tatsächlich kam die vor einem Jahr präsentierte Analyse zum Ergebnis, dass bis 2040 ein zusätzlicher Flächenbedarf von mindestens 173 Hektar in den drei Kreisen besteht. Helfen könnte eine gemeinsame Entwicklung neuer Flächen über Landkreis- und Gemeindegrenzen hinweg. Nur so könne die Region als Wirtschaftsstandort interessant und wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig die Flächensparziele der Bayerischen Staatsregierung erfüllen. Handlungsbedarf sieht Fürbringer zudem beim „Wohnungsangebot“ oder dem „technologischen Kompetenzaufbau“ an den Hochschulen.
Dies alles müsse im Bewusstsein geschehen, „den grenzüberschreitenden Standort gemeinsam mit unseren tschechischen Partnern“ zu entwickeln. „Hierfür werden wir als IHK-Gremium Nordoberpfalz auch unsere Kontakte zu unseren tschechischen Partnern wie der Wirtschaftskammer Karlsbad weiter ausbauen. Ziel müsse am Ende ein klares Bild für die Zukunft als Wirtschaftsstandort im Herzen Europas sein.“
Am Dienstag hatte die Daimler-Truck-AG bekanntgemacht, bis 2030 ein neues Montagewerk in Cheb zu errichten. Die Fabrik soll demnach ab dem kommenden Jahr an der Autobahn in Richtung Karlsbad im Osten der Stadt entstehen. Man plane mit 1100 neuen Arbeitsplätzen an dem Standort. Dafür investiert das Unternehmen laut eigenen Angaben einen „niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag“.














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