18.07.2019 - 14:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dealer schmeißt Drogen aus Fenster

Als Polizisten Ende Januar an die Tür der Wohnung eines Weideners klopften und „Aufmachen!“ forderten, hörten sie sogleich hektische Geräusche. Wenig später „regnete“ es „Stoff“ in einer stark frequentierten Hauptstraße.

Symbolbild.
von Autor hczProfil

Der als Dealer Verdächtige hatte ein Marihuana-Päckchen durch seine Wohnzimmerfenster „entsorgt“. Es half ihm nichts. Die Beamten stellten das Päckchen sicher und fanden bei der Durchsuchung seiner Wohnung weitere 265 Gramm.

Zur Wohnungsdurchsuchung war es gekommen, weil Zivilfahnder am selben Tag bei einer Personenkontrolle einen 19- Jährigen mit einem Joint erwischt hatten und dieser den 22-Jährigen als Verkäufer genannt hatte. In seinen Räumen fand die Polizei außer dem Rauschgift 1100 Euro in „szenetypischer Stückelung“, wie es Hauptkommissar ausdrückte, etliches Verpackungsmaterial mit Drogenanhaftungen und weitere Rauschgift- Utensilien. Am Donnerstag stand der junge Mann wegen Besitzes und Handelns mit Betäubungsmitteln vor dem Schöffengericht. Nachdem er gleich nach der Festnahme eine ziemlich abenteuerliche Story erzählt hatte, gestand er in der Verhandlung seine Tat ohne Umschweife. Drogensucht seit seinem 17. Lebensjahr und beengte finanzielle Verhältnisse hätten ihn dazu getrieben, sagte der Ledige. Bereits drei Mal war der ehemalige Call- Center-Mitarbeiter mit Drogendelikten aufgefallen. Weil er Ende 2016 in der Johannisstraße mit Marihuana in den Hosentaschen erwischt worden war, stand er immer noch unter Bewährung.

Dies kreidete Staatsanwältin Sandra Dechant dem Angeklagten besonders an. Obwohl er in der Verhandlung einen guten Eindruck gemacht habe und sie Hoffnung auf eine positive Entwicklung habe, dürfe man die laufende Bewährung nicht vergessen. Dechant forderte zweieinviertel Jahre Freiheitsstrafe „ohne“. Rechtsanwalt Ralf Peisl (Nürnberg) plädierte auf eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. „Therapie statt Strafe“ sei hier angebracht, so der Verteidiger. Wenn man seinen Mandanten auf freien Fuß setze, könnte dieser eine Therapie machen und der Strafrest könnte ihm dann zur Bewährung ausgesetzt werden. Richter Hubert Windisch und die Schöffen verurteilten den Weidener, der jetzt sechs Monate in U- Haft gesessen war, zu einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung, setzten ihn aber bis zum Haftantritt auf freien Fuß.

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