Weiden in der Oberpfalz
14.08.2024 - 17:11 Uhr
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Defekte Kälteanlage im Eisstadion Weiden: Reparatur und Eisaufbereitung rund um die Uhr

Technische Probleme legen die Heimstätte der "Blue Devils" lahm. Das Weidener Eisstadion steht ohne Eis da. Ein Team arbeitet Tag und Nacht, um die Eisfläche rechtzeitig zum ersten Spiel wieder herzustellen. Ein Wettlauf gegen die Zeit.

Im Weidener Eisstadion herrscht gewöhnlich neun Monate im Jahr Eiszeit – von August bis Ende April. Wie jedes Jahr war auch dieses Mal am 1. August alles für die kommende Saison vorbereitet - das Eis zur Trainingsnutzung der "Blue Devils" war bereit. Jetzt aber steht auf der 1800 Quadratmeter großen Fläche, auf der sonst um diese Zeit die Schlittschuhkufen der "Blue Devils" im Training übers Eis flitzen, eine mehrere Millimeter hohe Mischung aus Wasser und weißer Farbe, die normalerweise das Eis einfärbt. Verantwortlich dafür ist ein technisches Problem. „Das trat am Freitag auf. Bis Samstagnacht konnten wir das Eis nicht mehr halten und wir trafen uns am Sonntagvormittag zum Krisengespräch“, sagt Gerhard Kreutzer, Leiter des Freizeitzentrums, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Die Verantwortlichen der Stadtwerke Weiden entschieden gemeinsam mit Kreutzer und den Eismeistern, die Eisfläche aufzugeben. "Der Defekt in der Kälteanlage war zunächst nicht zu lokalisieren. Damit die Anlage nicht komplett beschädigt wird, haben wir sie abgeschaltet." Am Montag inspizierte ein Kältetechniker die Anlage, die beinahe 40 Jahre alt ist und während der Saison im Dauerbetrieb ist. Trotz regelmäßiger Wartung und TÜV-Prüfungen ist sie nun defekt. Seit Dienstag läuft die Reparatur. "Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und die notwendigen Ersatzteile innerhalb eines Tages von Bezugsquellen aus ganz Deutschland hergeholt", berichtete Kreutzer.

Arbeiten laufen 24 Stunden

Der Plan sieht vor, dass das Aufbereiten der Eisfläche in der Hans-Schröpf-Arena ab dem Wochenende beginnen soll. "Vier Eismeister und zwei Helfer der Stadtwerke arbeiten dafür im Moment rund um die Uhr", sagte Kreutzer. Die Männer sind im Schichtbetrieb auf der abgetauten Eisfläche zunächst mit Hochdruckreinigern beschäftigt. Sie müssen zuerst das Wasser und die weiße Farbe von der Betonoberfläche entfernen. Darüber hinaus reinigen sie alle Werbefolien, welche in der Eisfläche eingebracht sind, und rollen sie sorgfältig auf.

Ist die Betonfläche im Eisstadion sauber und trocken, kann das „Eismachen“ starten. Dies ist ein aufwendiger Prozess, der eine bis anderthalb Wochen dauert. „Erst muss der Betonboden einen Tag lang auf 0 Grad und am nächsten Tag auf minus 4 Grad gekühlt werden, denn Rohre und Beton müssen sich entspannen“, erklärt der Leiter des Freizeitzentrums. Dann kommt Wasser drauf, das gefrieren muss – 3 bis 4 Millimeter hoch. Das passiert wieder und wieder, Schicht für Schicht, bis das Eis 3,5 Zentimeter dick ist. In einem Zwischenschritt färbt eine Spezialfirma das Eis weiß ein und bringt Werbung sowie die Linien für den Eishockey-Spielbetrieb auf. Abschließend wird die Fläche mit der Eismaschine befahren und „glatt gehobelt“. All das setzt voraus, dass die Kühltechnik wieder einwandfrei funktioniert.

Wettlauf gegen die Zeit

Das ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn am 27. August wollen die "Blue Devils" im Freundschaftsspiel gegen die University of Ottawa in der Hans-Schröpf-Arena antreten. "Wir werden mit einer Eisdicke von 2,5 bis 2,7 Zentimetern in das Freundschaftsspiel gehen", kündigt Kreutzer an. Durch den Hype, den der Eishockeysport erfährt und den Aufstieg der "Blue Devils" sind Kreutzer und sein Eismeister-Team ohnehin früher als normalerweise mit den Vorbereitungen für die Eissaison gefordert. Die technischen Schwierigkeiten hätten aber mit den hochsommerlichen Temperaturen nichts zu tun. Der Ausfall der Kühltechnik sei schlichtweg Pech.

"Wir sind guter Dinge", beruhigt Michael Kreis, Vorstand der Stadtwerke. Er sieht trotz allem etwas Positives an der Situation. "Wir haben Glück, dass die Probleme mit der Technik zu Beginn der Eissaison auftraten und nicht mitten im Spielbetrieb, im November oder Dezember."

Eislaufen ist teurer

Das Freizeitzentrum an der Raiffeisenstraße verschlingt nicht nur in der aktuellen Situation aufgrund des hohen Personal- und Energieaufwands viel Geld, sondern auch im Normalbetrieb. Wie Sandra Wagner, stellvertretender Vorstand und kaufmännische Leiterin der Stadtwerke Weiden, ausführt, verzeichnet die Hans-Schröpf-Arena jährlich einen Verlust von knapp 1,2 Millionen Euro. Deshalb sieht sich der Energieversorger gezwungen, die Eintrittspreise und Benutzungsgebühren anzuheben. Rückwirkend zum 10. Juli 2024 gelten im Durchschnitt um 20 Prozent höhere Preise. "Damit gleichen wir nur die Inflationsrate der vergangenen zwei Jahre aus", betont Stadtwerke-Chef Kreis.

Wer im Weidener Eisstadion seine Runden drehen möchte, zahlt beispielsweise als Erwachsener ab 16 Jahren 6 Euro statt bisher 5 Euro. Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 15. Lebensjahr müssen 50 Cent mehr für eine Benutzungszeit bezahlen. Ebenso fallen für Kleinkinder, die ihre ersten Versuche mit Schlittschuhen auf dem Eis unternehmen, 50 Cent mehr an. Bei Partyveranstaltungen, wie der beliebten Laserdisco, sind jetzt 7 Euro für Erwachsene fällig. Vereine, Schulen und Verbände können das Eisstadion ebenfalls nutzen. Alle Eisstockvereine zahlen jetzt 40 Euro für die Trainingseinheit pro Bahn – auch die Eisstockschützen aus der Max-Reger-Stadt, die bisher kostenlos aufs Eis durften. Auch die Benutzungsgebühren für Eishockey-Hobbymannschaften sind gestiegen und selbst der Schlittschuhverleih ist von der Preisanpassung betroffen.

"Es ist schade, dass die Leute denken, 5 Euro für einen Kaffee in der Stadt ist ganz normal. Aber der Eintrittspreis für das Freizeitzentrum erscheint ihnen zu hoch", betont Kreutzer. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Besucher die neuen Preise akzeptieren und das Eisstadion weiterhin als wichtigen Ort für Sport und Freizeit schätzen werden.

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Service:

Die neuen Preise im Eisstadion Weiden, gültig seit 10. Juli 2024

  • Eintritt (je Benutzungszeit von maximal 2,5 Stunden): Erwachsene ab 16 Jahren 6 Euro, Kinder und Jugendliche 3,50 Euro, Kinder bis 5 Jahre 2 Euro
  • Partyveranstaltungen: Erwachsene 7 Euro
  • Schlittschuhverleih: 6 Euro
  • Weitere Preise und Gebühren unter https://www.eisstadion-weiden.de/.
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