Der Abend stand unter dem Motto "Ist die parlamentarische Demokratie noch zu retten?". Dazu begrüßte Alfons Ernstberger den Bezirkstagsvizepräsidenten Lothar Höher mit einem Zitat des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier: "Ich habe den Eindruck, wir Deutschen sprechen immer seltener miteinander. Und noch seltener hören wir einander zu, erst recht in den sozialen Medien. Da wird gegiftet, da ist Lärm und tägliche Empörung. Und mehr noch als der Lärm von manchen, besorgt mich das Schweigen der vielen anderen."
Um diesem Schweigen entgegenzuwirken hatte die KAB zum Auftakt des Jubiläums zu einem Gesprächsabend eingeladen. Höher berichtete von vielen Erfolgen und Niederlagen als Wesen einer Demokratie. Die großen Volksparteien, die jahrzehntelang die Bundesrepublik geprägt hätten, befänden sich in einer Sinnkrise. Es werde sicher in Zukunft noch mehr kleinere Nischenparteien geben. Trotzdem müsse man sich mit ihnen auseinandersetzen und ihre Argumente anhören, so lange sie sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen. Die parlamentarische Demokratie habe nur dann eine Zukunft, wenn alle Parteien und die gesellschaftlichen Kräfte, Gewerkschaften und kirchlichen Verbände, es schafften, den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft wiederherzustellen. Dazu seien viele Gespräche notwendig, um ein gemeinsames Ziel zu erarbeiten und dann im demokratischen Prozess, der manchmal sehr lang sein könne, umzusetzen.
Höher lobte die KAB für deren soziales und politisches Engagement als praktischen Einsatz für die Demokratie. "Nicht streiten um des Streitens Willen, sondern konstruktiver Streit, um für die Bürger das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, auch wenn am Ende immer ein Kompromiss steht, den beide Parteien sich so nicht gewünscht hätten." Das Sprichwort "Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach" kennzeichne das Wesen der Demokratie sehr gut.
Ernstberger schloss mit den Worten des Bundespräsidenten: "Unsere Demokratie ist stark! Viele Millionen Menschen sorgen dafür. Unsere Demokratie ist immer so stark, wie wir sie machen. Sie baut darauf, dass wir unsere Meinung sagen und für unsere Interessen streiten. Am Ende einen Kompromiss zu finden, das ist keine Schwäche, sondern zeichnet uns aus! Die Fähigkeit zum Kompromiss ist die Stärke der Demokratie. Also: trauen wir uns doch! Und vertrauen diesem Land! Es ist unser Land, es ist unsere Demokratie!"













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