05.12.2019 - 13:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Diebe fahren von Tschechien nach Tirschenreuth

Wegen drei Jahre zurückliegender Taten musste sich ein 37-Jähriger vor dem Schöffengericht verantworten. Der Mann aus einem Ort in der Nähe von Eger war damals mit einem Komplizen eingereist, um in der Nähe von Tirschenreuth einzubrechen.

Symbolbild.
von Autor RNSProfil

Vier „besonders schwere Diebstähle“ konnte ihm die Polizei nachweisen. Im April 2016 entwendeten die beiden aus einem Geräteschuppen ein 260 Euro teures Elektrowerkzeug. Danach drangen die Diebe über ein gekipptes Fenster in eine Garage ein und stahlen daraus ein Schweißgerät, Kettensägen, einen Kompressor, diverse Akkuschrauber, sowie zwei Motorräder der Marke Yamaha. Gesamtwert des Diebesguts: 11.000 Euro.

Ende September des selben Jahres stahlen die Tschechen vier Kompletträder, einen Kanister Benzin und ein Kleinkraftrad, ebenfalls in einem Tirschenreuther Stadtteil. Der Roller sprang den Dieben jedoch, trotz eines Anschleppversuches mit dem Auto, nicht an und wurde später in einem Waldstück gefunden. Hier hielt sich der Schaden mit etwa 350 Euro in Grenzen. Nach einem Zeugenaufruf in der Zeitung, Aussagen von nächtlichen Passanten sowie Ermittlungen der tschechischen Polizei, die einen der Verbrecher mit einem der geklauten Motorräder erwischt hatte, kam man ihnen auf die Spur. Einiges Diebesgut, darunter die Yamahas, konnte den Bestohlenen zurück gegeben werden. Der Komplize des am Donnerstag Angeklagten ist mittlerweile zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Während des Ermittlungsverfahrens hatte sich der ledige Angeklagte geständig und reuig gezeigt. An die Geschädigten hatte er während seiner fünfmonatigen Untersuchungshaft Briefe geschrieben, in denen er sich entschuldigte und versicherte, dass er den Schaden nach seiner Haftentlassung wieder gut machen wolle. Dies alles hielt ihm Staatsanwältin Anja Benner-Tischler zugute, musste aber die erhebliche kriminelle Energie berücksichtigen, die er bei den Taten gezeigt hatte. Die Anklagevertreterin plädierte auf zweieinhalb Jahre Freiheitsstrafe.

Rechtsanwalt Peter Sailer wies darauf hin, dass sein Mandant bisher in Deutschland nicht vorbestraft war und dass er sich einsichtig und reuig gezeigt hatte. Außerdem, so Sailer, habe der damals 34-Jährige sich in einer schwierigen persönlichen Situation befunden und es hätten Drogen eine Rolle gespielt. Der Verteidiger bat, maximal zwei Jahre zu verhängen. Richter Hubert Windisch und die Schöffen urteilten auf 22 Monate. Windisch würdigte das Geständnis und die Suchtproblematik des Angeklagten und auch, dass die Taten mehr als drei Jahre zurück liegen. „Bewährung“ sei aber nicht möglich, da die Bevölkerung es nicht verstehen würde, dass jemand, der nur zum Stehlen nach Deutschland einreist, ungeschoren davon kommt.

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