15.10.2018 - 11:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Drei Millionen fürs Schätzlerbad

CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch wollte einfach mal wieder darauf hinweisen. Fast 1,3 Millionen Euro gebe die Stadt Jahr für Jahr für Sportförderung aus. Doch dabei bleibt es gar nicht, wie die Etatberatungen gezeigt haben.

Das Schätzlerbad schließen? Eine alptraumhafte Vorstellung. Lieber stecken Stadt und Schwimmverein drei Millionen Euro in eine Sanierung der Beckenbäder.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

(vok) Es ist eine Menge Geld. Rund drei Millionen Euro soll die dringend notwendige Sanierung der Schwimmbecken im Schätzlerbad kosten. Dafür gibt es aber auch noch einen behindertengerechten Einstieg. Die Alternative zur Sanierung wäre, das Bad zu schließen. Das aber kann sich die Stadt erst recht nicht leisten, war die einhellige Meinung bei den Haushaltsberatungen im Finanzausschuss. Und so soll im nächsten Jahr im Haushalt schon mal ein Investitionszuschuss von 800 000 Euro bereitgestellt werden.

Der Präsident des Stadtverbandes für Leibesübungen, Reinhard Meier, zeigte sich sauer, dass der Bayerische Landessportverband (BLSV) keinen Zuschuss geben wolle. Man habe einen geharnischten Brief geschrieben und gedroht: "Wir treten alle aus." Massiv investiert wird ja derzeit in die Sanierung der Sportstätten der Realschulen, die auch von Sportvereinen genutzt werden. Bei einem Gesamtbedarf von 16,4 Millionen finden sich für 2019 knapp 7,7 Millionen Euro im Haushaltsansatz.

Eine Großsanierung steht auch der Mehrzweckhalle am Langen Steg ins Haus. Bis es soweit ist, soll das "Ausweichquartier" fertiggestellt sein. Deshalb drückt der Finanzausschuss beim Bau einer neuen Dreifachhalle aufs Tempo. Das Sechs-Millionen-Projekt soll auf dem Campus-Gelände zwischen FOS/BOS und den Studentenwohnungen Richtung TC Postkeller entstehen. Was in diesem Zusammenhang auch eine Rolle spielt, ist die ursprünglich vorgesehene Fuß- und Radwegebrücke vom Campus über die Süd-Ost-Tangente ins Wohngebiet Schirmitzer Weg. CSU-Fraktions-Vize Alois Lukas berichtete von einem Ortstermin, bei dem die Bürger einhellig erklärt hätten, den Überweg nicht zu brauchen. Im oberen Teil sei er sehr aufwendig, und unten Richtung Kreuzung sei er sinnlos. Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) sah den Aufwand andersrum. Und Matthias Loew (SPD) erinnerte daran, dass die Kreuzung zwischen dem Schützenhaus und Edeka als Kreisverkehr gestaltet werden sollte. Dann würde der Fußweg wegfallen, die Brücke dadurch sinnvoll werden. Als nächstes warten die Stadträte auf die Bedarfsplanung und die Kostenschätzung.

Etatberatungen:

Zu einem kurzen Disput kam es bei den Haushaltsberatungen zum Thema Franz-Grothe-Musikschule. SPD-Fraktionschef Roland Richter kritisierte den gewachsenen Zuschuss. Der entwickle sich von 555 000 Euro im vergangenen Jahr auf 641000 im nächsten. "Genau das wollen wir nicht", sagte Richter und erntete massiven Widerspruch von Personaldezernent Reiner Leibl. Die Schule habe Großartiges geleistet und das Defizit über zehn Jahre konstant gehalten, trotz allgemeiner Kostensteigerungen. Die Politik müsse erklären, ob sie Höhepunkte wie Schlagzeug-Kurse nicht mehr im Angebot haben wolle. Für das nächste Schuljahr kündigte Leibl Gebührenerhöhungen an. Man müsse auch diskutieren, ob nahe gelegene Landkreisgemeinden beteiligt werden sollten.

100 000 Euro wollen die Stadträte in die Sanierung des Spielplatzes im Max-Reger-Parkstecken. Dabei soll das alte versiffte Gebäude abgerissen werden. Entstehen soll ein Flaggschiff. Die Schulen erhalten unter dem Stichwort "Digitales Klassenzimmer"1,6 Millionen Euro. Sie hoffen auf 90-prozentige Förderung. Kämmerin Cornelia Taubmann ist da wesentlich skeptischer.

Eine besonders interessante Seite ist im Verwaltungshaushalt die Seite 206. Etliche Ansätze weisen in die Zukunft, zum Beispiel die Rahmenplanung Wittgarten(Ansatz 100 000 Euro), die Rahmenplanvertiefung Bahnstadt Nord, die Schulentwicklungsplanung(50 000 Euro) und die Entwicklungsplanung für das frühere TB-Gelände. Auch die Innenstadtentwicklungspielt eine Rolle (100 000 Euro). Damit wären war aber schon auf Seite 207.

Schließlich war auf Vorschlag von OB Seggewiß flugs eine neue Haushaltsstelle beschlossen."Weiden ist bunt"erhält damit ab nächstem Jahr von der Stadt 10 000 Euro. (vok)

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