04.09.2018 - 12:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Drogen konsumiert, nicht gedealt

Ein Mann aus Leipzig muss sich wegen Drogenbesitzes verantworten. Verhandlung vor dem Schöffengericht geht am Freitag weiter.

Ein Leipziger muss sich vor dem Schöffengericht Weiden wegen Drogenbesitzes verantworten.
von Autor RNSProfil

Hartnäckig leugnet ein 33-Jähriger, dass er mit dem Stoff, den er aus Tschechien eingeschmuggelt hat, Handel treiben wollte. Alles habe für seinen eigenen Konsum gedient. Für seinen Geburtstag habe er sich nur etwas bevorraten wollen. Daher die große Menge.

Mitte Januar hatten Weidener Polizisten den Mann aus Leipzig als Beifahrer eines aus der Tschechien kommenden Renault Twingo dabei erwischt, als er 76,5 Gramm Methamphetamin und über 50 Gramm Marihuana im Rucksack und am Körper dabei hatte. In der Wohnung des Fassadenmonteurs in Leipzig fanden Beamte zahlreiche Gegenstände, die auf Rauschgifthandel in großem Stil schließen ließen. Neben den üblichen Drogen-Gerätschaften entdeckten sie unter einem Zelt in der Wohnung eine Cannabis-Plantage. Dazu Pilze, diverse kleinere Pflanzen und ein „kleines Labor“, wie ein Polizeibeamter aus Leipzig am Dienstag vor dem Schöffengericht berichtete. „Alles, was man für den Rauschgifthandel so braucht – aber keinen direkten Beweis wie Abnehmer- oder Schuldnerlisten oder Einnahmenszusammenstellungen“.

Auch ein Zollbeamter, der mit einem Rauschgifthund das Auto der Fahrerin durchsucht hatte, berichtete, dass er nichts weiter gefunden hatte. Die junge Frau hatte anscheinend nichts von den Drogen gewusst. Der, von Rechtsanwalt Thomas Bäumler vertretene, Angeklagte sagte, dass er seit seinem 13. Lebensjahr konsumiere – erst Cannabis, später Crystal. Dem widersprach allerdings ein Haargutachten. In diesem stellten die Chemiker fest, dass der Ledige „gelegentlich“ Methamphetamin konsumiert. Tetrahydrocannabinol- Rückstände, die auf Marihuana hinweisen würden, waren jedoch nicht gefunden worden. Rechtsmediziner Dr. Thomas Wenske hatte den Angeklagten untersucht und in einem Gutachten dessen Suchtmittelabhängigkeit festgestellt. Er empfahl eine Unterbringung zur Therapie in einer psychiatrischen Klinik - „jedoch nicht zwingend“. Um dies genauer zu erörtern, muss der Arzt persönlich gehört werden, waren sich Staatsanwältin Carina Särve und Richter Hubert Windisch einig. Die Verhandlung wird am Freitag um 9 Uhr fortgesetzt.

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