Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Artikeln im Jubiläumsjahr von Oberpfalz-Medien. Viele davon sind in einer Beilage unserer Tageszeitungen am 30. Mai 2026 erschienen.
ONETZ: Frau Schiffer, Sie leiten ein „Druck“-Zentrum, inmitten einer Welt, die sich in einem digitalen Umbruch befindet. Was kann Print, was Online nicht kann?
Nicola Schiffner: Die Medienwelt und der Umgang mit Medien verändern sich. Das kann jeder wahrnehmen. Trotzdem wird Print auch in Zukunft einen festen Platz für sich beanspruchen. Print ist haptisch. Ich kann die Zeitung in die Hand nehmen, auch mal weglegen und später weiterlesen, das ist für mich ein Vorteil gegenüber des Wischens. Für mich hat Druck immer etwas mit Beständigkeit zu tun, mit Verbindlichkeit und Entschleunigung. Aber ich bin weit davon entfernt, Print und Online gegeneinander auszuspielen. Beide haben ihre eigenen Stärken und können unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Wichtig ist meines Erachtens nicht, ob ein Medium „mehr“ kann, sondern dass beide Formate genau das leisten, was ihre Zielgruppen erwarten. Online ist gekommen und wird bleiben, Print ist da und wird nicht gehen.
ONETZ: In Ihrem Hause wird vor allem, aber nicht nur die Zeitung gedruckt.
Nicola Schiffner: Das stimmt. Wir produzieren neben dem „Neuen Tag“, der „Amberger“ und der „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“ auch unser Anzeigenblatt, die „Oberpfälzer Wochenzeitung“, in unserem Druckzentrum. Als zuverlässiger Partner unserer Fremdkunden, produzieren wir darüber hinaus regelmäßig Druckaufträge für externe Kunden. Der Rotationsdruck hat ab bestimmten Auflagen eindeutige Vorteile gegenüber anderen Druckverfahren. Daher werden unsere Leistungen auch von unseren gewerblichen Auftraggebern sehr geschätzt. Wir arbeiten zwar immer mit Zeitungspapier, aber das gibt es auch „weißer“ und voluminöser, falls gewünscht. Wir können Produkte herstellen, die Zeitschriftencharakter haben, da wir mit einem Heft- und Schneideaggregat ausgestattet sind. Damit lassen sich Produkte beispielsweise auf DIN-A4 beschneiden und mit einer Rückendrahtheftung versehen. Auch das Layout und die Content-Erstellung können von unserer Kreativabteilung übernommen werden. Also, alles passiert im Team von der Kundenbetreuung, über die Druckvorstufe bis zur Verladung der Produkte.
ONETZ: Welche Rolle spielen Verteilung und Logistik?
Nicola Schiffner: Bei einer Führung durch das Druckzentrum, wozu ich herzlich einlade, können Sie erleben, wie viel Betrieb hier auch jenseits des eigentlichen Druckvorgangs herrscht. In der Weiterverarbeitung veredeln wir unsere Produkte. Wir schneiden und heften zum Beispiel die Magazine, die regelmäßig der Zeitung beiliegen. Wir legen kommerzielle Beilagen der Zeitung oder dem Anzeigenblatt bei. Das alles geschieht zum einen zwar weitgehend automatisiert, andererseits sind auch hier viele Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, ohne die nichts ginge. Wir drucken manche Teile der Zeitung darüber hinaus im Voraus, um Sonderausgaben mit höheren Umfängen zu produzieren. Es steckt hier tatsächlich viel Logistik dahinter. Vor allem muss die Zeitung nachts zum Leser gebracht werden. Dazu bedarf es eines Fuhrparks mit zuverlässigen Fahrern und vor allen Dingen pflichtbewusste Zusteller, die die Zeitung in den Kunden-Briefkasten stecken. Seit 2023 haben wir die „Middle Mile“, also den Transportweg zwischen Produktion und Zustellung, vollständig ins Unternehmen integriert und damit entscheidendes Knowhow aufgebaut. Dadurch können nicht nur externe Dienstleister ablösen, sondern selbst Dritten Transportleistungen anbieten.
ONETZ: Wir feiern 15 Jahre Druckzentrum. Trotzdem ist die Rotationsmaschine kein Teenie mehr. Wie geht es dem Jubilar eigentlich?
Nicola Schiffner: Der Jubilar ist topfit, unsere Kolleginnen und Kollegen halten ihn mit Fürsorge und Können gut in Schuss. Kein Zipperlein, kein Stöhnen, kein Früher-war-alles-Besser. Auch unser Gebäude und die Anlagen in der Verarbeitung werden von den Mitarbeitenden sehr ordentlich gewartet und behandelt. Wir feiern also nicht nur eine zuverlässig arbeitende Maschine, sondern vor allem ein tolles Team, die Menschen, die sie täglich jung halten. Maschinen können immer nur Teil des Ganzen sein. Worauf es wirklich ankommt, ist der Mensch, der sie bedient.
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.