29.05.2019 - 10:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Duale Ausbildung attraktiver machen

Im Wettbewerb um die Schulabsolventen beginnt in der Region eine neue Ära. Mit hohem Einsatz von Fördermitteln starten Volkshochschule, HWK und IHK ein neues Projekt.

Alle sind zusammengekommen, um das neue Bundesprogramm Jobstarter plus zu präsentieren, darunter für die HWK Niederbayern-Oberpfalz Bereichsleiter Andreas Keller (Dritter von links), IHK-Gremiumsgeschäftsführer Florian Rieder (Zehnter von links), VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz (Achter von links) und Bürgermeister Jens Meyer (Siebter von links).
von Siegfried BühnerProfil

„Wir wollen Betrieben helfen zu zeigen, dass sie ein attraktiver Ausbilder sind“, sagte Bereichsleiter Andreas Keller von der Handwerkskammer Niederbayern Oberpfalz. Für IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder geht es schlicht um das „Marketing für die duale Ausbildung“. Zur Präsentation des neuen Projekts „Jobstarter plus“ trafen sich Vertreter der Kammern, der regionalen Politik, der Kommunen, der Arbeitsagentur, Schulverwaltung und Bildungsträgern.

Knapp eine halbe Million Fördermittel des Bundesforschungs- und Bildungsministeriums und des Bundesinstituts für Berufliche Bildung haben die Projektträger VHS Weiden-Neustadt, IHK und HWK vorrangig zur Qualitätssteigerung der dualen Ausbildung in Klein- und Mittelbetrieben erhalten. Zwei Einzelprojekte werden damit gefördert: „Machen – mit Ausbildung Chancen im Handwerk ergreifen und nutzen“ heißt der Teil für den die Handwerkskammer zuständig ist; „Klein & fein: Ausbildung mit Herz, Hand und Verstand“ lautet der Name des IHK/VHS-Teilprojekts, das von der VHS-Tochter "Zentrum für regionale Bildung" umgesetzt wird. „Jobstarter plus“ läuft drei Jahre lang. Dazu sagt HWK-Vertreter Keller: „Wir wollen Impulse für die berufliche Bildung in der Region setzen und dabei vor allem die Ausbildungsstruktur verbessern“. Keller sieht auch darin eine Verbesserung der „Alternativen zur Akademisierung“.

Nur an fünf Projektträger in Bayern wurden Fördermittel aus „Jobstarter plus“ vergeben. Wie die Fördermittel eingesetzt werden sollen, erläuterten die Projektleiterinnen Stefanie Sommer von der HWK und Martina Knorr von der VHS. Zielgruppen sind Kleinst- und Kleinbetriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern. Im HWK-Bereich soll der Fokus zunächst auf sogenannte zulassungsfreie Handwerksbereiche wie Fliesenleger oder Fotografen gelegt werden. Versucht werden soll, solche Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, die bisher in der Region nicht vorhanden sind. Genannt wurde als Beispiel der medizintechnische Bereich. Vorrangig geht es aber um die Steigerung der Attraktivität des Ausbildungsplatzangebots. Sommer nennt dazu Stichworte wie Unterstützung beim Marketing für Stellenangebote und bei der Bewerberakquise sowie der Informationsarbeit an Schulen, für Eltern und bei Messeauftritten.

Betriebe sollen auch Hilfen bei rechtlichen Fragestellungen, wie der Ausbildungsberechtigung oder Fördermöglichkeiten für Aus- und Weiterbildung, erhalten. Alle Aktivitäten von „Jobstarter plus“ sollen das vorhandene Dienstleistungsangebot ergänzen und keinesfalls Doppelstrukturen aufbauen, betont Knorr. Derzeit gebe es bereits 12 Kooperationspartner. Netzwerkarbeit und Austauschplattformen mit den vorhandenen Beratungs- und Hilfsorganisationen seien deshalb angesagt. Die HWK kann das Projekt mit den vorhandenen Personalkapazitäten durchführen, bei der VHS kommt zusätzliches Personal von mehr als 1,5 Vollzeitstellen zum Einsatz. Von einem „Strukturförderungsprogramm“ sprach der stellvertretende Landrat Albert Nickl. Bürgermeister Jens Meyer freut sich, dass Kleinstunternehmen geholfen werden kann und sieht im vorliegenden Projekt einen „Gewinn für die gesamte Gesellschaft“. Begrüßt wurden die Gäste in der VHS-Aula in Weiden von VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz.

 

 

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